Deutschen Meisterschaften vom 4. bis 7. August 2011

An der Regattastrecke in Berlin Grünau wurden die 41. Deutschen Meisterschaften ausgetragen. Nach einigen Jahren der Abstinenz war auch wieder einmal eine Mannschaft aus Schwedt dabei. Mit Erfolg! Der Aufstieg in die höhere Leistungsklasse gelang.

Als vor einigen Jahren der Aufstieg in die 1. Bundesliga knapp verfehlt wurde, zerfiel die damalige Mannschaft sowohl aus privaten (Studium, Job, Familie) als auch aus sportlichen Gründen. Ein Teil der Mannschaft spielte danach in der 1. Bundesliga beim ESV Cottbus. Im letzten Jahr meldete sich der ESV Cottbus aus der 1. Bundesliga ab und die damalige Schwedter Mannschaft schloss sich zusammen, um wieder am aktiven Spielgeschehen teilzunehmen.

Die Schwedter mussten nun in der untersten Liga (LK4) beginnen und versuchen, aufs Treppchen zu gelangen, damit sie im nächsten Jahr wieder in einer höheren Leistungsklasse spielen konnten. Für die Leistungsklasse 4 waren 12 Mannschaften gemeldet, die in zwei Gruppen mit je 6 Mannschaften unterteilt waren.

Vorrunde

Gegen die ersten zwei Mannschaften aus der Gruppe mussten die Schwedter am Donnerstag ran.
Im ersten Spiel gegen den Mühlheimer KSF wurde mit aller Mühe und Not ein 3:3 Endstand errungen. Nervosität, eine miserable Chancenverwertung und Unstimmigkeiten in der Verteidigung ließen keine 3 Punkte zu.
Anders im zweiten Spiel des Tages: Der Marburger KC unterlag den Uckermärkern mit 9:2, da diesmal die Torchancen verwandelt wurden und die Verteidigung gut zusammenarbeitete.

Am nächsten Tag warteten drei weitere Vorrunden-Gegner auf das Schwedter Team.
Im Spiel gegen den ASV Horb trug sich das Geschehen nur in der Spielfeldhälfte des Gegners zu. Durch eine stabile Verteidigung und mit viel Druck im Angriff konnte das Spiel sicher mit 9:2 nach Hause gebracht werden.
Die nächste Mannschaft, die sich mit dem Wassersport PCK Schwedt messen wollte, war der ACC Hamburg. In diesem Spiel lief es in der 1. Halbzeit nicht ganz rund und es stand 1:1 zur Pause. Nachdem jedoch die Taktik im Angriff umgestellt wurde, hatten die Hamburger keine Mittel mehr, das Durchkommen der Schwedter zu verhindern. So entstanden schöne Spielzüge und Tore, die durch André Wittstock und Filip Slowie verwandelt wurden und schließlich zum 3:1 Endstand führten.
Im letzten Vorrundenspiel gegen den Wuppertaler KC stand es zur Halbzeitpause 1:0. Mehrere Pfosten und Lattenknaller ließen keinen anderen Spielstand zu, doch gelang es der Mannschaft ruhig zu bleiben und auf die nächsten Chancen zu warten die folgerichtig auch kamen. Entsprechend verwandelten Toni Wittstock und Andreas Bowitzky mit ihren Toren einen 4:0 Endstand und sicherten den daraus resultierenden 1. Tabellenplatz in der Gruppe.

Jetzt begannen die wichtigen Spiele, da kein Spiel mehr verloren werden durfte, um den Aufstieg perfekt zu machen.

Viertelfinale

Im Viertelfinale ging es gegen die Mannschaft vom KC Radolfzell. Man merkte den Schwedtern an, dass sie aufgeregt waren, denn am Anfang lief es wieder nicht so wie es sollte. Doch durch Clemens Zöllner der unbeirrbar sein Spiel fortsetzte, führten die Oderstädter mit zwei Toren Vorsprung. Das gab den restlichen Mannschaftskollegen Mut und das Spiel nahm eine positive Wendung. Der Gegner wurde unter Druck gesetzt und machte einen Fehler nach dem anderen. Schöne Vorlagen von Martin Punzel und Tore von Filip Slowie, Toni Wittstock und Falko Kempe brachten ein grandiosen 10:3 Endstand ein.

Halbfinale

Im Halbfinale wartete ein Gegner, vor dem die Mannschaft des Wassersport PCK Schwedt großen Respekt hat, der ESV Cottbus. Noch ein Jahr zuvor hatten nämlich ein Teil der Schwedter und ein Teil der Cottbusser zusammen in der 1. Bundesliga gespielt. Vom ersten Moment an ging es mit hoher Konzentration beider Mannschaften in dieses Spiel. Zuerst bestimmten die Uckermärker das Spielgeschehen und machten viel Druck im Angriff, doch die Lausitzer hielten dagegen und ließen kein Tor der Schwedter zu. Zum Ende der ersten Halbzeit versuchte Martin Punzel mit einem schnellen Wurf, den Ball ins Netz zu bekommen. Der Ball wurde von den Cottbussern abgefangen und ein Konter eingeleitet, der zum ersten Tor in diesem Spiel führte. Eine bittere Pille für die Schwedter, denn gegen diese Mannschaft in Rückstand zu geraten, sollte mit aller Kraft vermieden werden.

In der zweiten Halbzeit war der Druck auf die Schwedter Mannschaft sehr hoch, denn man wollte unbedingt das Finale erreichen. Durch den Siegeswillen, den die Mannschaft in diesem Spiel aufbrachte, erreichte man den Anschlusstreffer. Aber die Lausitzer legten den nächsten Treffer nach. Clemens Zöllner und Toni Wittstock konnten mit ihren Toren immer wieder den Ausgleich erreichen, doch am Ende lagen die Lausitzer mit einem Tor von Roman Bereit wieder in Führung und gewannen dieses Brandenburg Derby mit 4:3.

Kleines Finale

Die Enttäuschung war groß, aber der Aufstieg war noch möglich, wenn man als dritter auf das Podest kommt. Am letzten Tag der Deutschen Meisterschaft spielten die Schwedter gegen eine Mannschaft aus Hannover, die KG List. In diesem spannenden Spiel blieb bis zur letzten Minute offen, wer den Sieg für sich verbuchen konnte. Es war ein Hin und Her, denn jeder wollte den Führungstreffer erzielen.

Ein 0:0 zur Halbzeit war das Resultat der hektischen ersten Hälfte des Spiels. Die Anspannung nahm allerdings nicht ab und auf beiden Seiten wurden viele Torchancen vergeben. Selbst Clemens Zöllner konnte seine Möglichkeiten nicht nutzen, um ein Tor zu erzielen.

Zur Mitte der zweiten Spielhälfte gelang es Falko Kempe dem Spiel eine Wendung zu geben. Durch gute Verteidigung konnte er den Ball erobern und einen Konter einleiten, den er mit einem Tor erfolgreich abschließen konnte. Auf einmal war eine große Erleichterung in den Schwedter Reihen zu spüren. Die Hannoveraner wollten sich damit aber nicht geschlagen geben und setzten weiter nach. Die Schwedter versuchten jetzt, das eine Tor über die Zeit bringen und ließen sich immer weiter in ihre eigene Hälfte drängen.

Dann geschah, was alle vermeiden wollten. Ein Pass von Andreas Bowitzky zu André Wittstock kam zu kurz und ein gegnerischer Spieler konnte sich den Ball greifen, den er umgehend weiterleitete und damit das 1:1 erzielt wurde. Das bedeutete: Verlängerung mit „Golden Goal“.

Man merkte der Schwedter Mannschaft an, dass alle am Ende ihrer Kräfte waren, doch es hieß jetzt nochmal „Zähne zusammen beißen“. Falko Kempe brachte den Ball wieder in die eigenen Reihen und die Mannschaft konnte ihre letzten Kraftreserven mobilisieren, um den Gegner nochmal unter Druck zu setzen. Der Fehler zum Gegentor konnte durch die Verursacher wettgemacht werden, indem Andreas Bowitzky den einleitenden Pass diesmal genau in die Arme von André Wittstock gab. Dieser warf aus einem spitzen Winkel ins obere Eck und brachte den Ball hinter der Linie. Große Freude und Jubelschreie waren nun noch auf dem Spielfeld zu hören und zu sehen. Das Mannschaftsziel wurde mit dem 3. Platz erreicht, d. h. die Schwedter dürfen im nächsten Jahr in einer höheren Leitungsklasse spielen.

Randgeschichten

Einen weitaus größeren Erfolg konnte die Schwedterin Judith Feine für sich verzeichnen. Sie wurde mit der Mannschaft des Göttinger PC Deutsche Meisterin. Judith erzielte ebenfalls in der Verlängerung das „Golden Goal“ und bezwang damit vor heimischen Publikum die Mannschaft des KCNW Berlin.

Da der eigene Schwedter Nachwuchs nicht stark genug ist, um eine eigene Mannschaft zu stellen, musste der talentierte Benjamin Rosenthal beim VK Berlin sein Können unter Beweis stellen. Obwohl wegen der Entfernung für Benjamin kein regelmäßiges Mannschaftstraining möglich ist, konnte er sich mit seinem Team dennoch einen guten 8. Platz sichern.

Danke!

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Schwedter Teilnehmer!

Ein ganz großes Dankeschön geht an die Firma IK Tec Photovoltaik für die Bereitstellung der Transportmittel und Mannschaftskleidung. Außerdem möchten wir uns herzlich bei der Allianz Generalvertretung Birgit Bowitzky bedanken, die uns auch bei der Mannschaftskleidung unterstützt hat.