Vorbereitung auf die WM 2011

Bei den 2. Weltmeisterschaften im Paracanoeing startet wiederum eine starke und ehrgeizige deutsche Mannschaft. Sie will an ihre Erfolge bei den ersten Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Poznan (Polen) anknüpfen, bei der sie einen Vize-Weltmeistertitel und 2 Final-Teilnahmen erreichte.

Die Weltmeisterschaften 2011 finden in Szeged (Ungarn) vom 15. bis 18. August, zusammen mit den Sprint-Weltmeisterschaften, statt. Da Kanurennsport in Ungarn eine sehr bekannte und beliebte Sportart ist, werden täglich bis zu 30 000 Zuschauer an der Strecke erwartet.

Paracanoeing ist seit Dezember 2010 paralympische Sportart für die Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien). Der Internationale Kanuverband (ICF) hat festgelegt, dass bis dahin ausschließlich Rennen für Körperbehinderte international ausgeschrieben werden.

In Deutschland hat der Deutsche Behinderten Sportverband eine Kooperation mit den Deutschen Kanuverband (DKV) abgeschlossen, um die fachlichen Kompetenzen zu bündeln. Die sehr erfolgreiche Arbeit des DKV in Sachen Kanurennsport, im Übrigen die erfolgreichste deutsche olympische Disziplin seit Jahren, kann so auch im Paracanoeing fortgesetzt werden.

Die deutschen Teilnehmer hatten sich über die Ranglisten – Entscheidung in Halle (Saale) Ende Mai für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Es finden in Szeged Rennen über 200 m Sprint für Männer und Frauen in zwei Bootsklassen statt. Zum einen starten die Athleten im Kajak-Einer, zum anderen im Va´a. Beim Kajak-Einer sitzt der Athlet im Boot und bewegt es mit einem Doppelpaddel vorwärts. Der Va´a kommt aus dem pazifischen Raum, wird von einer leicht erhöhten Sitzposition aus mit einem Stechpaddel gefahren. Zusätzlich besitzt er einen Ausleger. Jede Bootsklasse wird in 3 Schadensklassen eingeteilt: LTA, TA, A.

Für Deutschland starten der Vizeweltmeister des vergangenen Jahres im Va´a, Gerhard Bowitzki (LTA) vom PCK Wassersport Schwedt, sein Vereinskamerad Henry Schröder (A) im K1, und Brit Gottschalk (LTA) vom WSV Schierstein im Va´a. Zur Zeit sind alle drei zusammen mit ihren Trainern und Betreuern (Fred Mielke, Haryth Bowitzki) und dem Bundestrainer Horst Schlisio (FC Hof) in Schwedt im Trainingslager, um sich den letzten Schliff zu holen. Einen Tag werden sie im Bundesleistungszentrum in Kienbaum verbringen, um sich auf der exakt vermessenen Strecke mit der international benutzen Startvorrichtung (Startschuh) vertraut zu machen, und schon mal unter Wettkampfbedingungen zu trainieren.

In Szeged werden die deutschen Kanuten vor allem auf die starke Konkurrenz aus Übersee treffen. In Südamerika, Ozenanien und Nordamerika ist Paracanoeing bereits seit vielen Jahren anerkannter Wettkampfsport. Auch die Nationalmannschaft aus Großbritannien zeigte letztes Jahr starke Leistungen. Die Zeiten der deutschen Athleten in Kienbaum lassen jedoch den Schluss zu, dass sie mehr als konkurrenzfähig sein werden.

Alle freuen sich schon auf spannende Wettkämpfe und die begeisterten Zuschauer in Szeged.

Christel Schlisio