Kanu-Europameisterschaft in Zagreb Juni 2012

Gerhard Bowitzky hat es geschafft! Er holte sich bei der Europameisterschaft in Zagreb am 23. Juni Gold vor dem Briten Patrick Mahoney und dem Franzosen Ronan Bernard mit einer Zeit von 00:54,13. Henry belegte Platz 4.

Temperaturen bei 35 Grad und Sonne satt begleiteten die Parakanuten Henry Schröder und Gerhard Bowitzky zur EM in Zagreb. Nach den WM-Ergebnissen war die Zielstellung einfach zu formulieren: Henry wollte seine gute Form vor der WM (Sieg im Vorlauf; dann leider Kenterung bei stürmischen Bedingungen) unbedingt nachweisen und eine Medaille gewinnen. Wer Weltmeister ist, sollte auch Europameister werden, so war es bei Bowi.

Die vier Wochen zwischen WM und EM waren von unregelmäßigem Training gekennzeichnet. Unmittelbar nach der WM waren die Sportler mit den geistig behinderten Sportlern des Vereins zu den „spezial olympics“ in München. Dann wurde ein Wochenkurs mit der Ehm Welk Oberschule Angermünde durchgeführt. Außerdem war eine Fülle von Vereinsaufgaben zu bewältigen.

Henry musste sich mit einem neuen Boot einfahren. Die Firma „Plastex“ aus Polen (auch Ausrüster von Sebastian Brendel) konstruierte ein neues Kajak für den Behindertensport. Nachdem Henry bereits zur WM mit einem neuen Kajak bei der Bootskontrolle negative Erfahrungen machen musste, war er sehr skeptisch. Das Plastex Boot entpuppte sich aber bald als echte Weiterentwicklung. Für die orthopädietechnische Adaptation sorgte Ingolf Hentsch. Durch die hohe Grundplatte im Boot war ein tieferes Sitzen für Henry nicht möglich. Dieser Mangel soll durch eine gemeinsame Arbeit mit der Firma und unserem Orthopädie-Techniker schnellstens behoben werden. Je höher man im Boot sitzt, desto instabiler und kippliger ist das Boot, was durch die Querschnittslähmung zusätzlich erschwerend ist. Mit Platz 4 war Henry natürlich nicht zufrieden, zumal er zwei Sportler (aus Spanien und Italien) in Poznan bereits besiegen konnte.

Im Endlauf VA 1 traten 8 Sportler (jedes Land darf nur einen Teilnehmer melden) an. Das Rennen entwickelte sich von Beginn an zu einem Zweikampf zwischen dem Ex-Weltmeister aus England und dem amtierenden Weltmeister aus Schwedt. Nach gutem Start hatte Gerhard eine ¾ Länge Vorsprung, die er bis 50 Meter vor dem Ziel halten konnte. Dann schien es, als ob ihn die Kräfte verlassen würden. Der Vorsprung schmolz sichtbar zusammen. Mit letzter Anstrengung konnte er 0,4 Sekunden ins Ziel bringen und den Titel erkämpfen.

Bei der Kanu-Europameisterschaft war auch Sebastian Brendel erfolgreich. Er wurde Europameister imC1 über 1000 m.

Am Steg waren die Verantwortlichen besonders sein Trainer Fred Mielke zufrieden und glücklich. Es war aber deutlich zu erkennen, dass in der Vorbereitung auf die EM nicht alle Trainingsaufgaben bewältigt wurden. Ein Leistungsverlust im Gegensatz zur WM war deutlich zu erkennen.

Im August findet die Deutsche Meisterschaft in Brandenburg statt. Mitte September geht es noch mal zur internationalen Kanuregatta nach Hof, an der auch unsere geistig behinderten Sportler teilnehmen werden.