Internationale Hofer Sprintregatta am 15. und 16. September 2012

Vom Wassersportverein PCK Schwedt hatten sich aus dem Projekt Wassersport für Menschen mit Behinderung die Parakanuten (körperbehindert) und die Sportler „spezial olympics“ (geistig behindert), auf diesen Wettkampf vorbereitet. Die Regatta in Hof ist die einzige Veranstaltung, bei der behinderte und nichtbehinderte Kanuten gemeinsam an den Start gehen. Damit ist sie für die allseits angestrebte Inclusion ein echtes Vorzeigebeispiel.

Zum „Kehraus“ der Saison trafen sich am vergangenen Wochenende ca. 1000 Kanuten zur 21. Internationalen Kanuregatta in Hof. Zahlreiche Paddler aus Ungarn, Österreich, Tschechien und Polen nahmen ebenfalls an den insgesamt 400 !!! Rennen teil. In die Startlisten trugen sich eine große Zahl aktueller und ehemaliger Olympiasieger und Weltmeister ein. Auch die erfolgreichste deutsche Olympionikin und beste Kanutin aller Zeiten Birgit Fischer trat in vielen Rennen an.

Im Rennen der Parakanuten standen mit Marcus Svoboda aus Österreich (K1 TA Klasse), Gerhard Bowitzky (V1 LTA Klasse) aus Schwedt gleich zwei Weltmeister aus Poznan am Start. Hinzu kam Mateus Surwilo (K1 LTA) als Vizeweltmeister aus Polen. Normalerweise werden die Rennen im Kajak (K1) und Canadier (V1) immer getrennt und in ihren jeweiligen Schadensklassen (LTA – „leicht“; TA – „mittel“; A – „schwer“) ausgetragen. Solche Felder entstehen aber z. Z. nur bei großen internationalen Meisterschaften.

Nun waren die K1 Fahrer gegenüber den V1 Fahrern deutlich im Vorteil und natürlich sind auch die LTA Fahrer den TA und A Fahrern im Vorteil. Aber unter den Parakanuten gab es keine Diskussionen über Einstufungen und Equipment wie dies gerade bei den Paralympics von London der Fall war.

In diesem Rennen gewann Svoboda vor Surwilo. Bowitzky wurde Vierter. Henry Schröder wurde Fünfter und Rene Schulz, der das zweite Mal in einem Rennen teilnahm, Siebenter.

Zu einer kleinen Sensation kam es im Rennen im weiblichen Bereich im K1 „spezial olympics“. Am Start war die Zweitplatzierte der Internationalen „spezial olympics“ von Athen 2011 im K1 Steffi Gebhardt. Aus unserem Projekt startete auch Jasmin Winselmann von der Schule „am Odertal“. Sie trat erstmals im K1 zu einem Wettkampf an. Mit 12 Jahren war sie die absolut jüngste Teilnehmerin in diesem Bereich. Sehr gut eingestellt von ihrer Trainerin Haryth Bowitzky, konnte sie einen souveränen Start-Ziel-Sieg erkämpfen! Zur Goldmedaille erhielt sie einen Pokal und ein Ehrengeschenk des Veranstalters. Wenige Stunden später starteten Jasmin und Haryth Bowitzky gemeinsam im integrativen K2. Hier mussten sie sich knapp dem Boot mit Steffi und ihrer Schwester (2012 Junioren-Europameisterin und dreifache Deutsche Meisterin) geschlagen geben.

2015 finden in Los Angeles die nächsten internationalen „spezial olympics“, zu der auch eine Deutsche Nationalmannschaft berufen wird, statt.

Intergative Rennen im K2 trugen auch die Männer aus. Thomas Brockmann, Betreuer des Projektpartners „Lebenshilfe UM“ und „spezial Olympics“ Sieger Jörn Franke belegten in einem hochkarätigen Rennen (die Integrativen Partner der Plätze 1 bis 3 waren durchweg erfolgreiche Teilnehmer bei WM) den 4. Platz. Ingo Muth und Gerhard Bowitzky belegten in ihrem Lauf Platz 5.

Zur sonnabendlichen Party stellten besonders Jörn und Jasmin ihre Talente auf der Tanzfläche unter Beweis.

Ein tolles Jahr für das Projekt geht fast zu Ende. Mitte Oktober müssen nur noch die Parakanuten zur 1. Rangliste für die Nominierung in die Nationalmannschaft für die Höhepunkte 2013 in München antreten.