Paracanoe-Ranglistenrennen am 4. Mai 2013

Am Sonnabend, dem 4. Mai trafen sich die besten Parakanuten zum dritten Ranglisterennen in Halle. Das bedeutet im Wesentlichen, sich für die Nationalmannschaft und damit für die Wettkampfhöhepunkte dieses Jahres zu qualifizieren.

Vor fünf Wochen fand in Leipzig die erste Leistungssport-Konferenz Parakanu statt. Wichtigstes Ergebnis war die Gleichstellung mit dem Bereich olympischer Kanu-Rennsport. Gemeinsam getragen durch den Deutschen Behinderten-Sport-Verband und den Deutschen-Kanu-Verband gelten nun die gleichen Bedingungen in diesem Leistungssportbereich für behinderte- und nichtbehinderte Kanuten. Das betrifft die Förderung, das Training und die Wettkämpfe (Olympiaden; Paralympics).

In Halle stellten sich drei Parakanuten vom Verein Wassersport PCK dem Starter. In Anwesenheit des Sportdirektors des DKV und des Bundestrainers Parakanu wurden die Rennen ausgefahren. Mehr als das Dreifache an Athleten wie in den Jahren zuvor gaben ihr Bestes auf der 200-m-Strecke.

Das quantitativ größte Feld gab es im Kajakbereich der Schadensklasse A (höchste Schadensklasse). Hier ging Henry Schröder an den Start und belegte Platz 4. Damit konnte er sich in diesem Jahr nicht für die internationalen Aufgaben qualifizieren. Hauptgrund ist nicht die schlechtere Leistung von Henry, sondern die zur Zeit noch bestehende Einstufung in die Schadensklassen. Sie erlaubt z. B., dass komplette Querschnittslähmungen gleichgesetzt sind mit inkompletten Querschnittslähmungen. Das macht den Einsatz der vorhandenen Muskulatur zum Paddeln zu einem Vergleich zwischen „David und Gohliath“.

Rene Schulz fuhr in 1 : 40 min seinen VA (Canadier) in einer guten Zeit über die Teststrecke. Er ist der am schwersten behinderte Parakanute überhaupt. Vor seinem Trainingsbeginn (im November 2011) verfügte er über keine Erfahrungen mit Sport und Kanufahren. Er hat es durch bemerkenswerten Fleiß geschafft, das Paddeln unter Wettkampfbedingungen zu erlernen. Zudem gelang ihm eine enorme Gewichtsreduzierung durch das Training und den Rehasport.

Sechs deutsche Parakanuten konnten die Zeitnormative an diesem Tag erfüllen. Sie wurden durch den Sportdirektor nominiert und werden vom 13. bis 16. Juni in Montamor (Portugal) zur EM antreten. Darunter auch Welt- und Europameister Gerhard Bowitzky. Er wird begleitet durch seinen Trainer Fred Mielke, der ebenfalls in das Nationalteam berufen wurde.

In ganz Deutschland haben sich im vergangenen Jahr viele Vereine bemüht, Sportler mit körperlichem Handicap im Kanusport auszubilden. Große Städte, wie München und Leipzig, sind mit bis zu 10 Teilnehmern angereist. Das wird für eine Stadt wie Schwedt nicht möglich sein. Trotzdem soll an dieser Stelle noch einmal allen Menschen mit Handicap Mut gemacht werden, es zumindest einmal im Boot auszuprobieren. Es muss nicht Ziel sein, einmal zu einer Weltmeisterschaft zu fahren, sondern einfach einen regelmäßigen, körperlichen Ausgleich mit tollen Sportkameraden zu erleben.

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