Hofregatta am 21. und 22. September 2013

Zwei Weltmeister – zwei Generationen – in einem Boot: Das gibt es auf der Internationalen Hofer Sprintregatta: zwei Parakanu-Weltmeister in einem Boot. Gerhard Bowitzky, Weltmeister im V1 in Poznan 2012, und Tom Kierey, Weltmeister im K1 in Duisburg 2013, fuhren in Hof im September 2013 gemeinsam erfolgreich im K2. Beide starten in der gleichen Schadensklasse LTA und sind als Parakanuten die erfolgreichsten Deutschlands.

Während der 58-jährige Gerhard Bowitzky seine internationale Karriere mit der Weltmeisterschaft in Duisburg 2013 beendet, ging dort der Stern des jungen, erst 19-jährigen Tom Kierey auf.

Gerhard Bowitzky

Gerhard Bowitzky schaut auf eine erfolgreiche Kanusport-Karriere zurück. Gerhard paddelt seit seinem 14. Lebensjahr. Bevor er sich dem Parakanu-Rennsport zugewandt hat, war er als Jugendlicher bereits im Canadier erfolgreich. Nach einem Sportstudium an der DHfK Leipzig schloss sich eine erfolgreiche Trainerkarriere bei seinem Heimatverein PCK Wassersport Schwedt an. Der schwere Unfall 2002, durch den er sein linkes Bein verlor, hinderte ihn nicht daran, weiterhin Kanusport zu treiben.

Als 2010 die ersten Athleten für die Parakanu-Nationalmannschaft gesucht wurden, um Deutschland erstmals auf den Weltmeisterschaften in Poznan zu vertreten, war er dabei. Er nutzte seine Kenntnisse und Erfahrungen im Canadier, um im V1 eine erfolgreiche Karriere zu starten. Durch regelmäßiges, hartes und konsequentes Training schaffte er es in Poznan auf Anhieb zur Silbermedaille. 2011 in Szeged folgte dann ein 3. Platz bei den Weltmeisterschaften. Die optimale Vorbereitung unter seinem Heimtrainer Fred Mielke und dem Cheftrainer Horst Schlisio, sowie durch die Unterstützung seiner ganzen Familie, brachten dann 2012 den erhofften Weltmeistertitel in Poznan, sowie einen Europameistertitel in Zagreb. Gerhard nahm mit dem Finalrennen im V1 in Duisburg seinen Abschied aus der Nationalmannschaft, um sich in Zukunft mehr seiner Familie widmen zu können.

Tom Kierey

Mehr als eine Generation jünger, 39 Jahre jünger, ist Tom Kierey. Auch er begann den Kanurennsport als Kind, erreichte bis in die Juniorenklasse hinein nationale und internationale Erfolge. Eine weitere Operation an seinem angeborenen Klumpfuß verhinderte 2012 jedoch den Anschluss an die Junioren-Nationalmannschaft. Er wechselte aus seiner Heimatstadt Dresden nach Berlin zum BKC Borussia und der Schüler an der Flatow-Oberschule in Berlin entschied sich für den Parakanu-Rennsport.

Gleich bei seinem ersten internationalen Auftritt bei den Europameisterschaften 2013 in Montemor o Velho in Portugal zeigte er seine Stärken auf. Er wurde auf Anhieb Zweiter, knapp hinter dem Weltmeister Serban aus Rumänien. Sein Trainer Jürgen Hausmann baute ihn bis zur Heim-Weltmeisterschaft in Duisburg konsequent auf. Dies wurde dann bei der WM mit dem Titel über 200m in K1 der Klasse LTA belohnt. Und das gleich mit der schnellsten, jemals im Parakanu-Rennsport gefahrenen Zeit. Er ist der jüngste Weltmeister im Parakanu-Rennsport, und seinem Ziel, den Paralympics in Rio 2016 einen großen Schritt näher gekommen. Kurz vor Weihnachten wurden seine Leistungen vom DOSB noch mit dem Preis für den besten Elite Schüler, erstmals für eine Para-Sportler, geehrt. Er bereitet sich nun mit Warmwasserlehrgängen und intensiven Wintertraining zusammen mit den starken Nachwuchskanuten in Berlin auf die neue Saison vor.

Christel Schlisio