Special Olympics München vom 20. bis 26. Mai 2012

Erstmalig nahmen vier Schwedter Sportler bei den Kanuwettbewerben der „special olympics“ teil. Insgesamt beteiligten sich ca. 5.000 Athleten und 2500 Trainer und Betreuer in 19 Sportarten an den Nationalen Sommerspielen für geistig behinderte Menschen.

Alle 2 Jahre organisiert „spezial olympis“ Deutschland diesen sportlichen Höhepunkt. Alle 4 Jahre werden auch (gleich den olympischen- und paralympischen Spielen) internationale „spezial olympics“ ausgetragen.

Die Sportler aus Schwedt kamen vom Projekt „Wassersport für Menschen mit Behinderung“, das bekanntlich sehr erfolgreich im Wettbewerb „goldener Stern des Sports“ ausgezeichnet wurde. Wassersport PCK Schwedt e. V. betrat mit der Teilnahme an den „spezial olympics“ eine neue Bühne innerhalb des Projektes. Mit der Lebenshilfe Uckermark steht im Projekt ein zuverlässiger, aktiver und interessierter Partner an der Seite der Wassersportler. Seit kurzem besteht auch ein fester und regelmäßiger Kontakt zur Schule „Im Odertal“ und zum Kinder- und Jugendhilfe-Verbund gGmbH Berlin-Brandenburg.

Ziel war es, den Wettkampf zu erleben und zu erfahren, wie weit bereits andere Teilnehmer auf diesem Weg vorangekommen sind. Dazu gehörten natürlich auch nachhaltig Eindrücke zu gewinnen und Spass zu haben.

Eröffnung

Und der Spass begann bereits mit der Eröffnungsveranstaltung in der Olympiahalle. Was dort Mitwirkende und Teilnehmer boten, stellte selbst die Trainer und Betreuer Thomas Brockmann sowie Haryth und Gerhard Bowitzky vor „Verarbeitungsprobleme“.

Nach dem tollen bunten Programm erfolgte das komplette Zeremoniell wie bei den Olympischen Spielen. Beim großen Finale, nach der Entzündung des olympischen Feuers, stimmten alle angefangen von Bundespräsident Gauck bis zum letzten Teilnehmer in die Hymne „ ich gewinn …“ ein.

Wettkämpfe

Am Tag darauf fanden die Vorläufe auf der traditionellen Olympia-Regattastrecke in Oberschleisheim statt. Ausgetragen wurden Kanu-Rennen im Einer- und Zweierkajak

Integrative Rennen (Boote mit einem nichtbehinderten Sportler) im Zweierkajak und Vierer Canadier (C4). Die Schwedter Rocco Schäfer, Jasmin Winselmann und Ingo Muth hatten sich mit Steuermann Gerhard Bowitzky für den integrativen C4 gemeldet. 22 Boote nahmen an diesem Rennen teil.

Mit Rocco, dem einzigen Rollstuhlfahrer im gesamten Feld, und Jasmin, mit fast 12 Jahren die jüngste Teilnehmerin überhaupt, waren zwei „besondere“ Sportler an Bord.

In München wurden für dieses Rennen andere, breitere Bootstypen bereitgestellt, anders, als sie im Training bisher benutzt wurden. Das stellte das Team vor eine schwierige Aufgabe: Rocco, der als Schlagmann vorn sitzt, muss stets fest in das Boot eingebaut werden und die mitgebrachten Keilsitze reichten nicht aus.

Beim Training vor Ort konnte er die kraftvollen Schläge von Ingo nur schwer ausgleichen und fand nicht zu seinem gewohnten Schlagrhythmus. Alle Drei (natürlich auch der Steuermann) kämpften vorbildlich auf der 200-m-Strecke. Im Vorlauf erreichten sie Platz 3 und im dritten Endlauf Platz 4. Für den ersten Wettkampf war das ein gutes Ergebnis! Trotzdem musste Jasmin getröstet und Rocco wieder aufgebaut werden. Er konnte auf Grund der instabilen Sitzposition nicht genügend mitpaddeln und fühlte sich schuldig an der verpassten Medaille.

Nach kurzer Zeit war aber die Enttäuschung vorbei und alle waren sich einig, fleißig weiter zu trainieren um in 2 Jahren wieder an den Start zu gehen!

Gold für Jörn Franke

In Begleitung von Thomas Brockmann, Mitarbeiter der Lebenshilfe Uckermark, reiste auch Jörn Franke mit nach München. Er zeigte spontan Interesse am Paddeln, nahm auf der Regattastrecke in München am Training teil und erbrachte eine gute Leistung. Das motivierte ihn sehr stark. Im Boot der „Levana Schule“ erkrankte ein Teilnehmer und Jörn kam unverhoffter Weise zu einem Einsatz im Wettkampf. Auch sein Boot schaffte den dritten Endlauf und war damit direkter Konkurrent zum Boot „Lebenshilfe UM“. Im Ziel siegte sein Boot sogar, woran Jörni keinen unwesentlichen Anteil hatte! Somit geht er in die Geschichte des Schwedter Sports, als erster Sieger bei den „spezial olympics“ Deutschland, ein.

Auswertung

Das gesamte Team aus unserer Stadt konnte auf fünf erlebnisreiche Tage zurückblicken. In der Auswertung werden die Verantwortlichen darüber beraten, wie noch mehr Teilnehmer aus diesem Bereich in die Arbeit von Sportvereinen einbezogen werden können. Das wäre ein aktiver Beitrag auf dem Weg der angestrebten „Inklusion“. Die Teilnehmer aus unserer Stadt konnten diese bereits „live“ erleben.