Special Olympics Kiel vom 14. bis 18. Mai 2018

Bei den Special Olympics Deutschlands, den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung, ist auch eine Wassersportmannschaft aus Schwedt unter Leitung von Gerhard Bowitzky dabei. Und das sehr erfolgreich!

Infos und Ergebnisse: kiel-2018.specialolympics.de

Fünf tolle Tage zu den „special olympics“ in Kiel

15 Sportler und 5 Trainer und Betreuer aus dem Projekt „Wassersport für Menschen mit Behinderung“ konnten sich für die „special olympics“ Deutschland vom 14. – 18.5. in Kiel qualifizieren. Damit war das Kanuteam ähnlich stark besetzt wie 2014 in Düsseldorf und 2016 in Hannover. Aber würde es auch wieder am Ende der Regatta reichen, wiederum das beste Team zu sein?

Am Montag, wurde nach langer Anreise auf der Regattastrecke an der Hörn in Kiel noch einmal trainiert. Das Orientieren auf der Regattastrecke und der Umgang mit dem böigen Wind von der Ostsee standen dabei im Mittelpunkt. Am Abend begeisterte die Eröffnungsveranstaltung in der „Sparkassen Arena“, in dem sonst der THW Kiel spielt die Teilnehmer (insgesamt 8000 !!!) mit einem attraktiven und emotionalen Programm.

Am Dienstag, dem ersten Wettkampftag, stand zunächst unser „Auftritt“ im ARD Morgenmagazin auf dem Programm. Die Wünsche des Regisseurs waren sehr vielfältig. Boote an der Kamera vorbeitragen, eine Übungsform auf dem Wasser gestalten, als Hintergrund für das Interview…usw. Das Team funktionierte auf alle Anweisungen der Trainer sofort und diszipliniert. Das brachte spontan den Respekt des ARD Teams, voran Frank Busemann! Unsere Teilnahme in Kiel stand nicht nur im Zeichen von Erfolgen beim Paddeln, sondern auch im Zeichen der Öffentlichkeitsarbeit für „special olympics“ und die Inklusion im Sport. Das ist uns an diesem Morgen gut gelungen, wie uns viele Sportkameraden und Freunde unabhängig voneinander bestätigten.

Die Finalwettkämpfe begannen mit einer Premiere. Das Rennen im professional Bereich, dem Einerkajak in kippligen Rennbooten, fand das erste Mal statt. Alle vier Teilnehmer kamen aus unserer Mannschaft. Hier konnten wir beweisen, dass auch unsere Kanuten in der Lage sind in diesen Booten Rennen auszutragen. Wenn wir über mehr solcher Boote verfügen würden, wäre die Teilnehmerzahl noch zu steigern gewesen. Herausragend war die Zeit von Sebastian Girke, der aktuell als einziger Paddler in der Lage ist einen super schmalen Kajak zu beherrschen. Seine Zeit von 42,00 Sekunden auf der 200 m Distanz ist schon eine „tolle Hausnummer“! In den Finals siegten: bei den Mädchen Leona Johs, die auch bei ihren dritten 3 Spielen ungeschlagen blieb. Sebastian gewann auch deutlich den Lauf im klassischen Wanderkajak. Bei den unified Partnern (nicht behinderte Kanuten, die mit behinderten Athleten gemeinsam trainieren) siegten Thomas Brockmann und Rado Johs. Einen Sensationssieg erpaddelte Ricardo Lorenz. Ebenfalls über sich hinaus gewachsen sind an diesem Tag Jan Eichler der den 2 Platz erzielte und Johannes Schwendzer der in seinem Finale ebenfalls überraschend den 2.Platz erreichte. Silber erreichte auch Anthony Effenberger im Einer.

Am Mittwoch wurden die Rennen im Athleten Zweier und im unified Zweier ausgetragen. Neuen Strecken Rekord erreichten Justin Vandree und Sebastian Girke. Mit 1:02,4 min. waren sie der „magischen Schallmauer“ (0:59,9 min) so nah wie kein anderes Boot dieser Regatta. Klare Siege gingen an Leona Johs und Josephine Häuser, sowie an das Unifiedboot Justin Vandree und Patrice Kühn. Knapp auf Rang zwei wurden die Teams Jan Eichler und Martin Schubert, Leona Johs und Daisy Scholz, Alexander Block und Antony Effenberger sowie Johannes Schwenzer und Pierre Kraftzik verwiesen. Dritte Plätze gab es für das Team Jan Eichler und Thomas Brockmann und Rikado Lorenz und Christopher Giese. Danach nahm die Mannschaft an einer Inklusionsveranstaltung teil wo auch Prominente der Stadt und des öffentlichen Lebens beteiligt waren. Danach ging es zu einer „sehr wichtigen“ Veranstaltung. In der Sparkassen Arena fand die traditionelle Athletendisco statt. Nach deren Beendigung traten 15 Teilnehmer total verschwitzt aber auch total euphorisiert den Weg in die Betten an.

Am Donnerstag starteten die Wettkämpfe im Bereich der Vierer Canadier (C4)und der Pendelstaffeln. Unser Team war mit je 4 Booten bzw. Teams am Start. Erstmalig wurde der C4 mit vier Athleten ausgefahren. Bisher war im Team immer ein unified Partner für das durchaus nicht leichte steuern verantwortlich. Drei Teams hatten dazu gemeldet. Unser Boot mit Christopher Giese, Antony Effenberger, Alexander Block und Steuermann Sebastian Girke konnte die Premiere eindrucksvoll gewinnen. Auch die anderen C4 schlugen sich achtbar. Der zweite Platz im Team von Steuermann Thomas Brockmann, mit Jan Eichler, Pierre Kraftzik und Jörn Franke war nach dem Vorlauf (Platz 6) ein nicht vorhersehbares tolles Ergebnis. Der Lauf des Vierers um Steuermann Rado Johs mit Josephine Häuser, Martin Schubert und Leona Johs musste wiederholt werden. Im ersten Lauf nur Vierte, konnte dann noch die Bronzemedaille erreicht werden! In den Staffeln ging es in den Finals nicht so glücklich ab. Schlechte Wechsel verhinderten mindestens zwei Medaillenplätze. Sebastian, als Schlusspaddler konnte einen 30 m Rückstand aufholen und sogar noch 20 m Vorsprung herausfahren. Damit konnte er die Goldmedaille retten.

Alles in Allem konnte das Team damit seine führende Position in Deutschland ausdrücklich unterstreichen. Viel Motivation und Anfeuerung kam auch von Gertraud Streblow der Vorsitzenden der Lebenshilfe Uckermark und ihrem Mann, die alle drei Wettkampftage mit dem Team mitgefiebert hatten. Gemeinsam wurde dann der Wettkampf bei einer Grille im Jugenddorf Falkenstein am Ausgang der Kieler Förde gefeiert.

Im März 2019 werden in Abu Dhabi die „special olympics“ Weltspiele ausgetragen. Deutschland wird 8 Kanuten entsenden. Am Freitag prüfte die Fachgruppe Kanu von „special olympics“ die insgesamt 24 Bewerbungen und unterbreitete seine Empfehlungen für eine Nominierung an „special olympics“ Deutschland. Diese werden offiziell Mitte Juni ausgesprochen. So viel sei verraten, es wird nicht nur ein Teilnehmer aus Schwedt dabei sein!

Ein besonderer Dank soll an dieser Stelle der „Aktion Mensch“ für die finanzielle Förderung ausgesprochen sein. Weiter bedanken wir uns bei der Lebenshilfe UM für die finanzielle, personelle und materielle Unterstützung. Nicht vergessen möchten wir an dieser Stelle die Hilfe des Schulleiters der Gesamtschule „Talsand“, Herrn Zimmermann.

Kurzberichte

1. Tag:

Am 15. Mai wurde der Schwedter Kanute Sebastian Girke im Morgenmagazin vorgestellt.

In den Einer-Entscheidungen gab es 4-mal Gold, 4-mal Silber und 4-mal Bronze. Sebastian Girke ist mit 2-mal Gold der erfolgreichste Teilnehmer. Leona Johs ist seit 6 Jahren ungeschlagen um K1. Für einen Überraschungssieg imK1 sorgte Ricardo Lorentz. Jan Eichler mit Silber in der Klasse der älteren Starter unterstreicht seine Bewerbung für die Weltspiele. Rado Johs und Thomas Brockmann siegen in den Rennen der Unified Partner. Tolle Erfolge – und alles unter den Augen und der Anfeuerung der Vorsitzenden der Lebenshilfe Uckermark Gertraud Streblow. Das PCK-Team ist nach dem ersten Tag am erfolgreichsten und dominantesten.

2. Tag:

In den Zweier-Rennen errangen die Schwedter Kanuten 3-mal Gold, 4-mal Silber und 4-mal Bronze. Top!

Bilder unter: https://kiel-2018.specialolympics.de/fotos/2018/05/kanu-fotogalerie/

3. Tag:

Am 17. Mai gab es 6-mal Gold, 1-mal Silber, 3-mal Bronze, einen 5. und einen 6. Platz. Die Schwedter haben immer noch das erfolgreichste Team. Alle sind super stolz und glücklich. Das Meisterstück liefert Basti Girke. Er holte nach verpatztem Staffelwechsel 30 m auf und paddelt noch 20 m Vorsprung ins Ziel zu Platz 1! Glückwünsche kamen schon von Basti Brendel aus Kienbaum!

Teilnehmer:

Aus unserem Verein nehmen teil: Sebastian Girke, Martin Schubert, Jan Eichler, Ricardo Lorenz, Christopher Giese, Daisy Scholz, Patrice Kühn, Leona Johs, Josephine Häuser, Justin Vandree, Alexander Block, Anthony Effenberger, Jörn Franke, Pierre Kraftzyk und Johannes Schwenzer. Die Betreuer sind Gerhard Bowitzky, Thomas Brockmann, Ulrike Eichler, Simone Ballenthin und Henry Schröder.

Informationen:

Der NDR Schleswig-Holstein berichtet: www.ndr.de/sh

Das ARD-Morgenmagazin mit Reporter Frank Busemann meldet sich in der Veranstaltungswoche täglich mit drei Live-Schalten zum Thema Special Olympics (6.20, 7.20 und 8.20 Uhr) aus Kiel.

http://specialolympics.de/