Hofregatta 2018

Kurz nach der Sommerpause nahmen Kanuten der Abteilung Behindertensport an der internationalen Kanuregatta in Hof teil. Besonders für die Auswahlkader, die an den Weltspielen „secial olympics“ im März 2019 in Abu Dhabi teilnehmen, sollte hier eine Leistungsbestimmung erfolgen.

Die Regatta, die zu den größten Kanu-Veranstaltungen gehört (400 Starts in 2 Tagen mit 1100 Teilnehmern!!!) findet unter dem Slogan „Hof – kalt aber geil“ statt. Dieser Spruch entstand, weil fast immer niedrige Temperaturen vorherrschen. Vor 3 Jahren hatte ein Unwetter mit einer starken Windhose sogar das halbe Zeltlager zerstört. Auf der anderen Seit ist die Regatta der „Kehraus“ jeder Saison und führt die Kanufamilie, ob Anfänger,  Masters, aktuelle oder ehemalige Topkanuten, behinderte und nichtbehinderte Sportler zusammen.  

Vom Verein Wassersport PCK nahmen 2 Parakanuten und 10 „Specials“ teil. Im Rahmen des Projektes „INKLUSION Schwedter Kanuten sind dabei“ wurde auch am Sattelplatz des Vereins für unseren Sport und für Inklusion geworben. Auch praktisch war unser Verein sichtbar dabei, weil wir die meisten Boote an die Startlinie bringen konnten. Besonders um inklusiven Bereich des unified Sports (ein behinderter Athlet paddelt gemeinsam mit einem nicht behinderten Sportler) war das sehr deutlich. Schwedt stellte hier allein 5 Boote!

Das Rennen im Männer-Zweier entschied knapp die Besatzung Sebastian Girke und Henry Schröder vor unseren Abu-Dhabi-Fahrern Jan Eichler und Thomas Brockmann für sich. Unser Frauenteam mit Leona Johs und Daisy Scholz musste sich dem Boot aus Hof mit den Schwestern Stephanie und Melanie Gephardt knapp geschlagen geben. Melanie hatte vor knapp 3 Wochen bei der Kanu-WM in Portugal eine Bronze-Medaille über 1000 m gewonnen. Deshalb ist auch der knappe Einlauf hinter den Hoferinnen mehr als eine gute Leistung. Leona, die auch nach Abu Dhabi fliegen wird, siegte souverän im „special K1“ und im „professional K1“. Sie konnte sich gegen ehemalige erfolgreiche Teilnehmer von Weltspielen durchsetzen.

Das Paradestück gelang wieder einmal Sebastian. Er startete gegen die Parakanuten und hatte im Finale den bei der WM auf Platz 8 gepaddelten deutschen Teilnehmer dabei. In seinem Rennkajak, den er im Rahmen unseres INKLUSIONS-Projektes von Sebastian Brendel geschenkt bekommen hatte, setzte er sich im Spurt durch und konnte den Lauf mit einer neuen Bestzeit gewinnen. Dafür erhielt er nach dem Rennen die Anerkennung seines Konkurrenten, der ihn extra deshalb auf unserem Sattelplatz besuchte.

Das Team unseres Vereins zeigte sich, wie zu den nationalen Spielen in Kiel, nicht nur als leistungsstärkstes Team, sondern auch im inneren Zusammenhalt als „ein Ganzes“. Zum Beispiel gegenseitige Hilfe und Zuspruch für Athleten, bei denen es nicht zu den erwünschten Ergebnissen kam, waren gang und gäbe. Lobenswert war besonders die Einstellung bei jedem Sportler, das Beste geben zu wollen. Hier hätten Alexander Block, Johannes Schwenzer, Christopher Giese und Martin Schubert auf eine Goldmedaille bekommen müssen.

Ein besonderer Dank gilt vor allem der „Aktion Mensch“, die unser Projekt „INKLUSION“ finanziell gefördert hat und ohne dem diese Teilnahme nicht möglich gewesen wäre. Gedankt sei auch der „Lebenshilfe Uckermark“ für ihre Unterstützung bei der Durchführung unseres Projektes und der Regatta.
Dank auch den ehrenamtlichen Trainern Ulrike Eichler, Rado Johs, Simone Ballenthin und Toni Reichardt, die regelmäßig den Trainings- und Wettkampfbetrieb in hohem Niveau leiten.

Die weitere Arbeit in den nächsten Monaten wird besonders durch die Vorbereitung der Teilnehmer für die Weltspiele in Abu Dhabi geprägt sein. Mit großem Verständnis haben hier die Verantwortlichen der „Schule im Odertal“, „der Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ und der Lebenshilfe Uckermark reagiert und den Athleten für ihr Training günstige Bedingungen geschaffen.

Nächster Bewährungsort wird unser  Wassersportzentrum sein, wenn hier vom 2. bis 4. November der zentrale Vorbereitungslehrgang der deutschen „Special Kanuten“ stattfinden wird.