Junioren-Europameisterschaft im Kanurennsport vom 27. bis 30. Juli 2006

Sebastian Brendel paddelt zum EM-Doppelsieg

Am Wochenende vom 27. bis 30. Juli 2006 bot die Olympiastrecke von Athen mit viel Wind, starkem Wellengang und griechischer Hitze bis zu 35 Grad Celsius keine leichten Wettkampfbedingungen für die Sportler, die aus 35 Ländern zur Junioren-Europameisterschaft nach Griechenland anreisten. Kein Problem für das deutsche Nationalteam, das mit seinem Trainingslager in Brandenburg gut auf Wellen vorbereitet war. Die Europameisterschaft war der absolute Saisonhöhepunkt des Jahres. Weltmeisterschaften finden im Kanurennsport nur alle zwei Jahre statt.
Nach seinem Doppelsieg bei der Juniorenweltmeisterschaft 2005 in Ungarn war Sebastian Brendel der Favorit bei den Canadierfahrern der diesjährigen Saison. Vor 10 Jahren stieg der 18-jährige Sebastian beim SSV PCK Schwedt unter Anleitung von Trainer Michael Tümmler das erste mal in ein Kajak-Rennboot. Hier erlernte er das Fahren mit dem Stechpaddel im Canadierboot. Seit sieben Jahren trainiert er jetzt beim Olympiastützpunkt in Potsdam. Sein Stützpunktleiter und Olympiasieger Jürgen Eschert hofft, dass er in die Fußstapfen vom Neubrandenburger Weltklasse-Paddler Andreas Dittmer treten kann, der seit Jahren den Solobereich in der Leistungsklasse dominiert.

Auf dem Wettkampfplan für Athen standen neben dem Einer über 500 m und 1000 m auch noch der Vierer über 500 m. Schon die Vorläufe waren enorm spannend, denn hier können gerade bei Juniorenwettkämpfen immer wieder neue Talente auftrumpfen. Doch das vom DKV aufgestellte Team konnte sich in allen Bootskategorien für die Finale qualifizieren, die dann Samstag und Sonntag stattfanden.

Ein beachtlich großer Fanblock deutscher Eltern und Freunde war in Athen angereist, um die jungen Nachwuchssportler anzufeuern. Beide Finale im C1 sind für Brendel überragend gelaufen. Jeweils mit einer guten Bootslänge Vorsprung konnte der groß gewachsene Athlet über beide Distanzen (die 500 m und 1000 m) souverän Gold holen.

Bei den Siegerehrungen war besonders beeindruckend, dass ein ehemaliger Schwedter Kanusportler, Matthias Englert, als Vertreter der deutschen Delegation gratulierte und die Blumen überreichte.

Nach diesen bewegenden Momenten für Sebastian galt es am Sonntag Mittag noch im Mannschaftsboot, dem Vierer, in die Medaillenränge zu fahren. Auch das gelang! Nach einem packenden Kampf erreichten die vier deutschen Sportler den 3. Platz. Insgesamt konnte das deutsche Nationalteam 10 Medaillen mit nach Hause nehmen. Damit erreichte die Nachwuchsflotte in der Ländergesamtwertung den 3. Rang hinter Ungarn und Russland.

Sebastian bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung bei seinen Potsdamer und Schwedter Trainern und bei Herrn Dittrich, Geschäftsführer der Firma Abriss und Entsorgung in Schwedt, und bei allen weiteren Sponsoren.
Für Sebastian Brendel stehen nun noch die Deutschen Meisterschaften an, die vom 22. bis 27. August im nahe gelegenen Brandenburg stattfinden. Dies ist dann sein letzter Auftritt in der Altersklasse des Juniorenbereiches, danach wird eine neue Herausforderung sein, in der U-23 bzw. in der Leistungsklasse Fuß zu fassen. Deshalb bleibt keine Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen!

Ergebnisliste des Finales über 1000 m am 29. Juli 2006
Ergebnisliste des Finales über 500 m am 30. Juli 2006

Bericht in der Märkischen Allgemeinen vom 01. August 2006