Deutsche Meisterschaft im Kanurennsport in Brandenburg vom 22. bis 27. August 2006

Schwedter Mannschaft mit Medaillen zurückgekehrt

Vom 22. bis 27. August 2006 waren bei der Deutschen Meiterschaft unter den knapp 1200 Starter aus über 100 Vereinen auch Kanuten der SSV PCK dabei und das sogar mit berechtigen Medaillenhoffnungen. Das Team hatte sich vorgenommen, den Vorjahreserfolg in der Mannschaftswertung zu wiederholen. Größte Hoffnungsträger waren Steve Dieckow und Steven Bredow.

Je eine Gold- und Silbermedaille erpaddelte sich Steven Bredow. Steve Dieckow konnte sich am Gold erfreuen. Er holte sich das begehrteste Edelmetall im Vierer über 500 m. In seinem Boot saßen zwar die Brandenburger Favoriten, doch an einen Sieg hatte Steve trotzdem nicht geglaubt. Noch im Trainingslager gab es nur mittelmäßige Zeiten. Doch bei der DM lagen sie gleich am Start vorn und erreichten siegreich das Ziel. Über die Qualifizierung in den Endlauf freute sich Steve im Einer über 500 m (6. Platz) und 6000 m (4. Platz). Froh über Platz und Zeit, war er dennoch mit den Einer-Rennen nicht ganz zufrieden. „Steve hat in seinem ersten Jugendjahr das Bestmögliche erreicht“, so Trainer Daniel Thies.

Für Sandra Kiesow und Tina Wilke waren die Zweier die erfolgreichen Boote. Sandra fuhr mit ihrer Partnerin über 2000 m auf den Silberrang und Tina holte über 500 m Bronze.

Zum ersten Mal waren Max Müller, Zico Scherel und Christopher Bürke bei einer DM. Sie schlugen sich wacker und schafften im Vierer über 500 m den Sprung in den Endlauf. Hier gelang es ihnen auf den 6. Platz zu fahren. Auch Felix Lademann gab sein Bestes. Er erpaddelte im Zweier mit Steve den 5. Platz und im Einer über 6000 m den 8. Platz. Herzlichen Glückwunsch!

Eine prima Meldung gab es zum Schluss: Steve Dieckow ist in die Jugendnationalmannschaft berufen worden und hat Ende September den ersten Einsatz in Tschechien zu den „Olympic Hope Games“.
Die SSV-Kanuten bedanken sich bei allen Übungsleitern und Trainern für die Arbeit.

Sebastian Brendel erfolgreichster Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften mit 10 x Gold und 2 x Silber

Canadierfahrer Sebastian Brendel (Foto: vorn rechts) ging auf dem Brandenburger Beetzsee zwölf mal auf Titeljagd, sowohl im Einer, im Zweier als auch im Vierer der Junioren dazu im C1 und C8 der Leistungsklasse. Der 18-jährige Junioren-Welt- und -Europameister war der hungrigste Titelhamster der DM: Im Hinterkopf hatte der gebürtige Schwedter das Ziel, einen Rekord zu brechen. Seine Vereinskollegin beim KC Potsdam Katrin Wagner-Augustin hatte bei den Kanurennsportmeisterschaften 2001 beeindruckende neun Titel gewonnen. Der Karlsruher Stefan Holtz verbesserte den Wert später auf zehnmal Gold. Sebastian wollte nun versuchen, dieses zu übertrumpfen.
Trainer Ralph Welke sah seinen Schützling gegenüber der Konkurrenz mehrfach im Vorteil: "Er besitzt ein sehr gutes Bewegungsgefühl, hat kräftemäßig weiter zugelegt und nutzt besser als viele andere den Druckpunkt auf dem Paddel." Und Potsdams Kanu-Chef Jürgen Eschert, 1964 selbst Canadier-Olympiasieger, geriet regelrecht ins Schwärmen, wenn er über den jungen Mann sprach: "Sebastian ist für mich das seit Jahren größte Talent, sowohl für unseren Verein wie für den Deutschen Kanu-Verband im Canadier. Er ist von seiner Persönlichkeit her schon sehr gereift, so dass er den Weg nach ganz oben schaffen kann."

An den Finaltagen Freitag und Samstag startete Brendel so mehrmals im Stundentakt seine Rennen über 200 m, 500 m oder 1000 m. Im Einer der Altersklasse Junioren hatte der Linkspaddler seine Konkurrenz im Griff und sicherte sich drei Meistertitel. Auch in den Mannschaftsbooten (Zweier und Vierer) holte er gemeinsam mit seinen Potsdamer Klubkameraden sechsmal Gold.

Für den baldigen Sportsoldaten der Bundeswehr war der Start über 200 m im C1 in der Leistungsklasse ein besonderer Leckerbissen. Erstmals bei einer DM konnte er sich mit den Sportlern des Nationalteams messen, gegen die er in der kommenden Saison antreten muss. Sein Super-Kampfgeist und seine körperliche Stärke haben ihn in diesem Rennen zu einem spektakulären zweiten Platz hinter dem Karlsruher Stefan Holtz und vor den Potsdamer Peter Hörnig geführt.

Am Samstag Abend standen die C8-Rennen der Leistungsklasse an, die immer wieder toll anzuschauen sind. Da bewegt sich richtig was im Wasser. Das Potsdamer Boot lag gut im Rennen, kämpfte sich Schub um Schub nach vorne und landete schließlich auf dem Silberrang hinter dem Boot der Renngemeinschaft NRW. Damit war leider besiegelt, dass Brendel den Rekord von Holtz nicht knacken kann.

Als letzter Höhepunkt der Wettkämpfe stehen immer Sonntag die langen Strecken an, bei den Junioren die Kräfte zehrenden 6000 m. Taktisch klug konnte Sebastian das Juniorenfeld kontrollieren und nach Disqualifizierung des Berliners, der eine Boje auf der Strecke ausgelassen hatte, seine 10. Goldmedaille einfahren und somit wurde er der erfolgreichste Sportler der diesjährigen Deutschen Meisterschaften in Brandenburg.

Übrigens starteten Peter Haarbach und Ex-Schwedter Matthias Englert im Achter der Leistungsklasse über 500 m im Boot des SC DHfK Leipzig (Foto: Boot in der Mitte, Peter 3.v.r. und Matthias 4.v.r.).

Hier die komplette Ergebnisliste im PDF-Format, heruntergeladen von der Seite www.brandenburger-regatten.de.