Erfolgreiches Weltcupdebüt für Brendel im Mai 2007

Im Wettstreit um die Tickets für die Weltmeisterschaften im Kanurennsport, die dieses Jahr in Deutschland im August stattfinden, konnte Sebastian Brendel an zwei wichtigen Weltcups teilnehmen. Nach den nationalen Qualifikationen galt es jetzt zu schauen, wo man im Renngeschehen international steht. Der Bundestrainer Kießler und der DKV entschieden, dass der Nachwuchssportler Brendel, der beim KC Potsdam trainiert, die Einer-Rennen im Canadier über 500 m fahren soll und dort als zweites deutsches Boot neben dem Olympiasieger Andreas Dittmer seine Chancen ausloten soll.

 

Der erste Weltcup fand Mitte Mai in Szeged (Ungarn) statt – einer Hochburg des Kanurennsports. Gerade im vorolympischen Jahr war damit zu rechnen, dass sich dort die absolute Weltelite zeigen würde. Teilgenommen haben in Szeged insgesamt 51 Nationen. Bei Weltcups kann jedes Land zwei Boote pro Disziplin starten lassen, sodass bei diesen Wettkämpfen die Länder meist taktisch die Bootsbesetzungen für die folgenden Europa- und Weltmeisterschaften ausprobieren. Jede Disziplin hat Vorläufe und Semifinale, über die man sich für das Finale qualifizieren muss.

In Szeged auf der 500-m-Strecke erpaddelte sich Sebastian einen Start im A-Finale und erkämpfte hier einen 5. Platz hinter Andreas Dittmer (Deutschland), Canada, Polen und China. Somit konnte sich der Junioren-Welt– und -Europameister in seinem ersten Jahr in der Leistungsklasse in die Top Ten der Welt einreihen.

Das gab natürlich Motivation für das weitere Training und den zweiten Weltcup, der vom 31. Mai bis 3. Juni im französischen Gerardmer ausgetragen wurde. Auch hier sollte Brendel wieder seine Einsatzchance im C1 über 500 m als zweites deutsches Boot neben Dittmer bekommen und außerdem die Sprintstrecke 200 m fahren. Dort wurde als zweiter Deutsche Erik Leue aus Magdeburg eingesetzt. Sportsoldat Brendel gab noch mal „Vollgas“. Beim 500-m-Rennen musste der dreifache Olympiasieger Andreas Dittmer aus Neubrandenburg seine ganze Erfahrung und Klasse einsetzen, um einen hauchdünnen Sieg mit zwei Zehntel Sekunden Vorsprung mit einem Zielsprung retten. Mit seinem 2. Platz platzte leider für Sebastian der Traum, die 500 m schon bei der Heim–WM in diesem Jahr fahren zu können.

Aber über die nichtolympische Distanz 200 m konnte sich Brendel mit einem 2. Platz hinter Litauen als bestes deutsches Boot präsentieren. Er setzte sich klar gegenüber Erik Leue (5. Platz) durch.

Insgesamt sind ein Fünfter und zwei 2. Plätze ein hervorragendes Weltcupdebüt für den erst 19-jährigen Nachwuchsathleten. Auch seine Potsdamer Teamkollegen/-innen Katrin Wagner-Augustin, Ronald Rauhe und Tim Wieskötter, Fanny Fischer und Sebastian Lindner konnten tolle Weltcupergebnisse erzielen und sich damit ihre WM-Nominierungen sichern.