Ostdeutsche Meisterschaft in Brandenburg vom 2. bis 4. Juli 2010

Schwedter holten 8 Titel bei den Ostdeutschen Meisterschaften der Rennkanuten

Die 20. Ostdeutschen Meisterschaften der Kanurennsportler fanden in diesem Jahr Anfang Juli unter teils extremen Wetterverhältnissen in Brandenburg (Havel) an der Regattastrecke am Beetzsee statt. Bei Temperaturen bis 38° C im Schatten kämpften an 3 Wettkampftagen mehr als 800 Athleten aus den Kanuvereinen der Ostdeutschen Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und natürlich Brandenburg um die begehrten Medaillen, die schon in der Form einer "20" das Jubiläum dieses Wettkampfes darstellten.

Der Verein Wassersport PCK Schwedt brachte mit allen Sportlern und Betreuern eine ca. 20-köpfige Mannschaft an den Start. Für die jüngeren Sportler (bis 12 Jahre) stellt dieser Wettkampf den Saisonhöhepunkt dar. Die Älteren kämpften um Medaillen und um die angestrebten Plätze in der brandenburgischen Landesauswahl, die unser Land zu den Deutschen Meisterschaften vertritt.

Mit der Abfahrt nach Brandenburg startete bereits am Mittwoch das "Unternehmen" Ostdeutsche Meisterschaften für die jungen Schwedter Athleten. Wie immer ist neben dem Wettkampfgeschehen auch ein enormer logistischer Aufwand von Nöten, um am Ort des Geschehens neben optimalen Trainings- und Wettkampfbedingungen auch die Verpflegung und Unterkunft der Aktiven sicherzustellen.

Nach einem Trainingstag begannen die Wettkämpfe am Freitag. An diesem Tag standen hauptsächlich Vorläufe und erste Zwischenläufe auf dem Programm. Der Samstag stand zunächst ganz im Zeichen der Mehrkämpfe. Bei bereits morgendlichen Temperaturen von bis zu 30° C absolvierten die B-Schüler (bis 12 Jahre) einen 1000-m-Lauf, Kugelschocken mit 1,5 oder 3,0 kg sowie einen 2000-m-Bootswettkampf im Einer. Hierbei erwiesen sich die Schwedter Sportler des Jahrganges 98 ihrer sehr starken Konkurrenz überlegen und konnten wie im Vorjahr den Mannschaftspokal ihrer Altersklasse gewinnen. Ostdeutsche Meister in dieser Disziplin wurde bei den Kajak-Mädchen Clara Thieme, die damit ebenfalls ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte und bei den Canadierfahrern Ricky Sternkiker. Jeremy Tornow auf Platz 2 und Lukas Roediger mit Bronze komplettierten das beeindruckende Mannschaftsergebnis.
Bei den älteren A-Schülern und im Jugend-Bereich wurde ebenfalls ein Mehrkampf absolviert. Dieser fand nach den neuen Richtlinien des Deutschen Kanuverbandes statt. Neben dem 1000-m-Lauf stand eine Athletikprüfung mit dem Medizinball sowie 200 m und 1000 m im Boot auf dem Programm. Da dieser Wettkampf in dieser Form auch Bestandteil der Deutschen Meisterschaften ist, galt es, mit hohem Engagement an diese schwere Aufgabe zu gehen. Aus Schwedter Sicht stechen der herausragende 2. Platz von Anton Regorius in der männlichen Jugend und der sehr gute 4. Platz von Celine Thomczyk hervor.

Ab dem frühen Nachmittag rückte dann wieder die herrliche Regattastrecke in den Focus der Aufmerksamkeiten. Die Finalläufe auf den kürzeren Distanzen standen an. Hierbei sei erwähnt, dass bei Startfeldern von Stellenweise 45 Athleten ein Platz im Finallauf mit 9 Teilnehmern schon als Erfolg angesehen werden kann. Unsere Oderstädter waren zahlreich vertreten und zauberten teils herausragende und begeisternde Rennen in das an diesem Tag ruhige Wasser des Beetzsees. Gleich mit einem Paukenschlag ging es los. In der Altersklasse der männlichen Jugend starten Sportler aus zwei Altersklassen. Anton Regorius gelang das Kunststück, sich als Vertreter der jüngeren Altersklasse mit dem Sieg über die 1000-m-Distanz im Einer-Canadier gegen die teilweise älteren Finalteilnehmer durchzusetzen.
Eines der letzten Rennen des Tages war das Finale der Mädchen des Jahrganges 1998 über 500 m. Vor einer sehr gut besetzten Tribüne versprach dieses Rennen, besonders spannend zu werden. Nach den Zwischenlaufergebnissen lagen 5 der 9 Finalistinnen im Bereich von 1,5 Sekunden Abstand und konnten sich somit berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen.

Clara Thieme vom Wassersportverein PCK startete auf Bahn 4 und hatte somit ihre Konkurrenz gut im Blick. "Mein Ziel war es, eine Medaille zu gewinnen, doch bereits nach 200 m dachte ich, das Rennen ist gelaufen. Aber ich sagte zu mir selbst, du musst da durch. Das ist die Ostdeutsche Meisterschaft, und du bist im Finale. Bis ca. 100 m vor dem Ziel habe ich immer die beiden Bootsspitzen der links und rechts neben mir fahrenden Mädchen gesehen und dachte nur noch an die Worte meiner Trainerin, Sandra Kiesow, hab Vertrauen zu dir und deiner Technik, mach einfach dein Ding. Plötzlich merkte ich, dass ich noch zulegen kann, und die Bootsspitzen neben mir verschwanden mit jedem Paddelschlag ein Stück weiter nach hinten. Endlich hörte ich das erlösende Signal der Zieldurchfahrt und nach ein paar vergewissernden Blicken wusste ich, ich habe es geschafft, ich habe gewonnen." So kommentierte Clara selbst ihr Rennen.

Neben diesen zwei Meistertiteln gab es aber am Ende dieses sehr erfolgreichen Tages, noch mehr Edelmetall für die Schwedter Rennkanuten zu bejubeln. Im C1 über 500 m erkämpfte sich Ricky Sternkiker die Silbermedaille und Lukas Roediger wurde mit einem ebenfalls tollen Rennen hervorragender Dritter. Zwei sehr gute Rennen lieferte auch Philipp Gehl ab. Bei seinen ersten Ostdeutschen Meisterschaften erkämpfte er sich die Bronzemedaille im C1 500 m und zusammen mit seinem Zweierpartner Ingo Wendt ebenfalls den dritten Rang im C2 über 500 m. Auch für Ingo waren es die ersten Meisterschaften in diesem Rahmen. Beide Jungen starten in der Altersklasse 1999. Mit Platz 2 im C4 von Anton Regorius und Platz 3 von Celine Thomczyk im K4 500 m wurde der zweite Wettkampftag abgerundet.

Am letzten Tag standen die Finalläufe über 500 m, 1000 m, 2000 m und 4000 m in den Mannschaftsbooten auf dem Programmplan. Ostdeutsche Meister in spannenden Rennen wurden bei den Schülern B Jugend 1998 Ricky Sternkiker und Jeremy Tornow im C2 sowohl über die 500 m als auch über die 2000 m. Anton Regorius gewann im C2 über 500 m den Meistertitel genauso wie über den "langen Kanten", den 4000 m, im C2 hier gemeinsam mit Robin Sternkiker, der seinerseits weiterhin Bronze im C2 500 m gewann.

Weitere Medaillen für das Schwedter Vereinskonto steuerten bei:

  • Fabian Dittrich mit 3 Silberrängen über 500m im C4 und im C8 sowie im C2 über 2000m,

  • Felix Lademann 2. Platz C1 200 m und Bronze im C2 200 m und C1 1000 m,

  • Jonathan Gerber 3. Platz K4 2000 m,

  • Celine Thomczyk mit ihrem dritten Rang im K4 über 2000 m,

  • Maximilian Müller bei den männl. Junioren mit zweiten Plätzen im C4 über 1000 m sowie im C2 über 4000 m und

  • Clara Thieme mit ihrer Zweierpartnerin Saskia Regorius Bronze im K2 über 2000 m.

Maximilian Müller und Fabian Dittrich werden als direkt in Schwedt trainierende Sportler unseren Verein auch zu den Deutschen Meisterschaften im August in Köln vertreten.

Am Ende stand eine beeindruckende Bilanz. Zusammen mit ihren in Potsdam trainierenden Vereinskameraden errangen die Schwedter 8 Ostdeutsche Meistertitel, 10-mal belegten unsere Athleten den zweiten Platz und 11-mal den Bronzerang. Nicht zu vergessen die tollen Platzierungen, die zwar nicht mit Medaillen geehrt wurden, die aber für jeden einzelnen Sportler eine große Leistung darstellen. Genannt seien hierbei Lydia Becher, Jennifer Richert, Lisa Krieg, Angelina Odrosenko, Pia Przygoda, Marc Ullrich, Johann Krebs, Kay Hildebrand, Sascha Ebing und Henrik Ladewig.

Besonderer Dank gilt allen Übungsleitern und Betreuern, die wieder bis an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit für unsere Sportler die bestmöglichen Rahmenbedingungen schafften.