Kanuweltmeisterschaft in Mailand 2015

Sebastian Brendel ist Weltmeister über die 1000 m und über die 5000 m im C1! Glückwunsch!

Auf dem Weg nach Rio: Fast 10.000 km Luftlinie liegen zwischen Mailand und Rio. Aber ab 20. August 2015 liegen diese beiden Orte für die Kanurennsportler ganz nah beieinander. Denn bei der WM im italienischen Mailand geht es nicht nur um Medaillen, sondern zugleich um Startplätze für die Olympischen Spiele 2016. Also sind diese Wettkämpfe ein Meilenstein auf dem Weg nach Rio.

Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel, der sich seit Anfang des Jahres akribisch auf die Saison vorbereitet hat, sagt: „Dieser Wettkampf hat einen besonderen Stellenwert. Weil es um die Quotenplätze geht, versteckt sich jetzt keiner mehr. Keiner drückt sich, alle Top-Leute sind am Start. Das Leistungsniveau bei der WM wird höher sein als in den beiden Vorjahren.“ Sebastian ist einer aus der großen Flotte, die das Land Brandenburg 2015 ins Rennen schickt. Neben ihm wollen auch Franziska Weber, Conny Waßmuth, Ronald Rauhe und Stefan Kiraj Olympia-Tickest erpaddeln.

Das Ziel der gesamten deutschen Kanurennsportmannschaft wurde von Bundestrainer Rainer Kiessler klar definiert, so sollen in allen zwölf Disziplinen die Olympia-Quotenplätze gelandet werden. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, wurde bei der WM in Moskau 2014 klar, als der erfolgsverwöhnte deutsche Kanuverband mit drei Medaillen in den olympischen Disziplinen und acht Podiumsplätzen insgesamt die schlechteste Bilanz seit der deutschen Wiedervereinigung erzielten.

Die Brandenburger Kanuten bildeten in Moskau eine Ausnahme, an sechs der acht Medaillen waren sie beteiligt, allen voran Sebastian Brendel, der mit zweimal Gold und einmal Silber glänzte. In der olympischen Disziplin C1 1000 m gab es ein Wimpernschlagfinale mit dem Brasilianer, der beim Zielschnapper kenterte und so hinter dem deutschen Boot die Ziellinie überquerte. Gerade im Hinblick auf Olympia wird dieser, mit seinem besonderen Fahrstil, ein nicht zu verachtender Gegner sein.

Aber der gebürtige Schwedter Sebastian Brendel freut sich schon auf die Wettkämpfe, denn schließlich schindet man sich für die selbst gesteckten Ziele im Kraftraum und auf dem Wasser. Der Familienvater von zwei Kindern, der mit ihnen und seiner Freundin in Potsdam lebt, hat viele Trainingslager absolviert und kann sich immer auf die Unterstützung durch seine Familie verlassen. Freundin Romy Leue war mit Töchterchen Hanna (4) und Söhnchen Edwin (2) noch zu Besuch beim letzten Trainingslager in München um ihm Kraft mit auf den Weg zu geben. Die Eltern von Sebastian werden in Mailand ihren Sohn anfeuern!

Internetseite der WM: www.milanworldcanoesprint.com/en

Sebastian im Trainingslager in München in seinem neuen C1-Boot, welches er bei der WM in Mailand fährt.