World Rowing Master Regatta im litauischen Trakai vom 4. bis 7. September 2008

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende findet die World Rowing Master Regatta des internationalen Weltruderverbandes FISA statt. Diesmal trafen sich die Altersklassenruderer im litauischen Trakai, um in vielen spannenden Rennen um die begehrten Medaillen zu kämpfen. Mit Steuerfrau Susanne Mey, Rainer Göllnitz, Frank Klawonn, Alexander Reiche, Jörg Bosse und Hagen Schulze haben sich wieder fünf Oderstädter auf den weiten Weg gemacht, um an die Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen und um den Schwedter Rudersport in der Welt zu präsentieren.

Im zwischen mehreren Seen gelegenen Trakai hat der litauische Ruderverband eine perfekte Regatta auf dem Galve See für die aus vielen Ländern angereisten Ruderer organisiert. Immer dabei ein Wahrzeichen Litauens, die Wasserburg Trakai am Rande der Regattastrecke. Selbst der Wettergott meinte es gut mit den Teilnehmern und ließ für die Tage in Trakai den Sommer noch einmal richtig aufleben, so als wollte er sich für den Regen im letzten Jahr bei den Meisterschaften in Zagreb entschuldigen.

An vier Tagen in 18 Rennen waren die fünf Schwedter gemeinsam mit ihren zum Teil schon langjährigen Ruderkameraden aus dem Osten Deutschlands am Start. Und in 11 Rennen gingen ihre Boote als Erste über die Ziellinie. Damit konnten die Schwedter bei ihrer fünften Teilnahme an einer World oder Euro Master Regatta das beste Ergebnis seit ihrer ersten Teilnahme 2004 in Hamburg einfahren. Mit jeweils 6 Goldmedaillen waren Susanne Mey und Frank Klawonn die erfolgreichsten Teilnehmer der kleinen Mannschaft.

Das erste Rennen bestritten Rainer und Hagen am Donnerstag im Achter der Altersklasse D (Mannschaftsdurchschnittsalter mindestens 55 Jahre) mit Rüdersdorfer Ruderern. Unsere Steuerfrau Susanne wurde von einer Mannschaft aus Halle, Bernburg und Dresden für dieses Rennen engagiert. Diese Mannschaft konnte sich schnell vom Feld absetzen, das Rennen bestimmen und einen ungefährdeten Sieg errudern. Rainer und Hagen kämpften in ihrem Boot mit drei weitern Mannschaften um die Platzierungen. Bis kurz vor dem Ziel lag der Achter auf Rang drei, wurde aber leider im Endspurt noch von einem Berliner Boot abgefangen und auf den vierten Platz verwiesen. Trotzdem war durch unsere Steuerfrau der erste Sieg der Regatta eingefahren.

Am Freitag folgte für die Schwedter dann ein sehr straffes Programm. Schon um 9.31 Uhr waren Rainer, Hagen und Alexander gemeinsam mit Günter Rudolf aus Bernburg im Doppelvierer der AK B (36 Jahre) gegen Mannschaften aus der Ukraine, Finnland, Tschechien und Leipzig dran. Bis zur 500-m-Marke hatten sich die Schwedter und Leipziger leicht vom Feld abgesetzt und lagen gleich auf. Mit einem harten Zwischenspurt gingen die Oderstädter dann aber in Führung und ließen sich diese bis zum Ziel nicht mehr nehmen. Nachdem Alexander Reiche im vergangenen Jahr in fünf Rennen Zweiter geworden war, konnte er in seinem ersten Rennen in Trakai überglücklich am Siegersteg anlegen und mit seiner Mannschaft die Goldmedaille in Empfang nehmen.

Schon eine Stunde später war Frank mit dem Rüdersdorfer Burkhard Kawalle im Zweier am Start. Mit einem Start-Ziel-Sieg konnten die beiden ihr Rennen gegen Mannschaften aus Estland, Finnland, Großbritannien und der Ukraine souverän gewinnen. Um 11.16 Uhr ruderte Jörg Bosse gemeinsam mit Volker Schmidt aus Frankfurt, Matthias Stein aus Königs Wusterhausen und Michael Ruhm aus Berlin im Vierer ohne Steuermann der AK A (27 Jahre) gegen Mannschaften aus Berlin, Dresden, Portugal, Litauen und Gibraltar. In einem spannenden Rennen erkämpften sich die Vier den vierten Platz. Als Nächstes war „das Boot“ der Schwedter, der Vierer mit Steuerfrau der Altersklasse B mit Frank Klawonn, Günter Rudolf, Hagen Schulze, Rainer Göllnitz und Susanne Mey an der Reihe. Die Fünf ließen den Mannschaften aus Pirna, Irland, Dresden und Großbritannien keine Chance und fuhren einen ungefährdeten Sieg ein. Im Doppelzweier der AK A erruderten sich eine Stunde später Alexander mit dem Berliner Stephan Doering den dritten und Hagen mit Günter den vierten Platz. Der enge Zeitplan ließ eine bessere Platzierung nicht mehr zu.

Am Nachmittag zeigte dann Frank Klawonn mit Burkhard Kawalle, Volker Schmidt, Matthias Stein und Susanne Mey noch einmal seine Stärke im Vierer mit Steuerfrau, diesmal in der AK A mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Die Steuerkünste von Susanne Mey hatten sich nicht nur national, sondern auch international an der Regattastrecke herumgesprochen. Die Herrenachtermannschaft von Dynamo Moskau bat sie, ihr Boot in der Altersklasse B zu steuern. Auch diese Mannschaft führte Susanne als Erste über die Ziellinie. Daraus ergaben sich am Sonnabend noch zwei weitere Rennen mit dieser Achtermannschaft in den Altersklassen C (43 Jahre) und A, in denen die Russen mit Susanne nicht zu schlagen waren. In der Altersklasse C war ihr Lebensgefährte Rainer Göllnitz mit Frank Klawonn, Jörg Bosse und Rüdersdorfer Ruderern mit im Rennen. Sie versuchten alles, um den Russen Paroli zu bieten, mussten sich aber schon auf der zweiten Hälfte des Rennens geschlagen geben. Gegen Mannschaften aus Finnland, dem Ruhrgebiet und Estland erruderten sie sich aber einen guten zweiten Platz. Die Mastersruderer der Welt kämpfen zwar in ihren Rennen gegeneinander, rudern sonst aber miteinander. Als Nächste waren Alexander, Hagen, Volker Schmidt und Matthias Stein im Doppelvierer der AK A am Start. Nach ihrer gestrigen Goldmedaille konnten Alexander und Hagen mit ihrer Mannschaft nach einem guten Start das Renngeschehen bestimmen und einen ungefährdeten Sieg einfahren. Im Doppelzweier der AK B waren Frank Klawonn und Günter Rudolf am Start. Das seit langem erfolgreiche Duo fand in einem finnischen Doppelzweier zum ersten Mal seinen Meister. Mit deutlichem Rückstand erkämpften sich die beiden gegen Mannschaften aus Polen, Norwegen, Russland, Schweden und Berlin einen sicherer zweiten Rang.

Im Vierer mit Steuerfrau der AK C wendete sich das Blatt aber wieder. Hier konnte Frank mit seinen Mitstreitern Hagen, Burkhard, Rainer und Steuerfrau Undine Hornung aus Rüdersdorf in einem harten Kampf mit der Mannschaft aus Pirna wieder den Sieg erringen. Die anderen Boote des Rennens konnten diesen beiden Mannschaften nicht folgen.

Am Nachmitttag bestritt Jörg Bosse, mit Volker Schmidt, Matthias Stein und Thomas Groß aus Rüdersdorf sein zweites Rennen im Vierer ohne Steuermann. Der Sieg ging deutlich an eine Mannschaft aus Finnland. Im Kampf um die Platzierungen versuchten die Vier ein Wort mitzureden. Mit 2 Sekunden Rückstand zum zweiten Platz kamen sie als Fünftplatzierte ins Ziel.

Am Sonntag, dem letzten Tag der Regatta, finden immer die Mixrennen statt. Frank Klawonn war mit der Leipzigerin Kerstin Eck im Doppelzweier der AK C am Start. Die beiden konnten sich mit einer Mannschaft aus Belgien vom Feld absetzen. Beide Boote lagen bis ins Ziel gleich auf und kämpften noch auf den letzten Metern um den Sieg. Kerstin und Frank hatten das Glück der Tüchtigen und konnten ihre Bootsspitze um nur wenige Zentimeter zuerst in Ziel schieben.

Im letzten Rennen mit Schwedter Beteiligung ruderte Frank noch einmal mit Kerstin, der Berlinerin Silvia Kietzer und Günter Rudolf im Doppelvierer der AK C. Diesmal machten sie es nicht so spannend. Vom Start an setzten sich die Vier an die Spitze, kontrollierten das Rennen und fuhren einen ungefährdeten Sieg ein. Damit war der elfte Sieg für die Schwedter Ruderer eingefahren und für einen würdigen Abschluss der diesjährigen FISA World Rowing Master Regatta gesorgt.

Vielen Dank an alle, die die Schwedter Altersklassenruderer in dieser Saison aktiv unterstützt haben. Einen besonders großen Dank möchten sie an Boris Randhagen richten, der für den Bootstransport nach Litauen einen seiner Firmenwagen zur Verfügung gestellt hat.

Hagen Schulze