Frankfurter Ruder-Marathon am 23. September 2007

Schwedter Ruderer verteidigen den Pokal

Am 23. September fand zum 22. Mal der traditionsreiche Frankfurter Ruder-Marathon statt. Dabei werden von den Männern 14,7 km auf der Oder gerudert, jeweils die Hälfte gegen und mit der Strömung. Damit ist dieser Wettkampf eines der härtesten Langstreckenrennen in Deutschland. Nach dem die Schwedter Frank Klawonn, Rainer Göllnitz und Hagen Schulze den Pokal für dieses Rennen im letzten Jahr gemeinsam mit den Frankfurtern Volker Schmidt und Steuermann Frank Mahlich gewonnen hatten, ging es in diesem Jahr natürlich darum, den Pokal erfolgreich zu verteidigen. Rainer Göllnitz konnte in diesem Jahr leider nicht am Marathon teilnehmen und wurde durch den Bernburger Günter Rudolf ersetzt.

Bei allerbestem Herbstwetter und relativ ruhigem Wasser auf der Oder freuten sich die Fünf auf einen spannenden Wettkampf. Als härteste Konkurrenten stellten sich ein Boot aus Rüdersdorf mit den Mastersruderen Detlef Drewas, Wolfgang Jakscht, Klaus Winter, Mirko Döhring und Steuerfrau Andrea Albrecht heraus, die sich mit den Schwedter Masters schon viele Jahre packende Rennen lieferten, und ein Boot mit Frankfurter Junioren, die sich vorgenommen hatten, es den „ alten Herren“ beim Marathon einmal zu zeigen. Die Rüdersdorfer starteten in der ersten Startgruppe und legten mit 1:03,10 h eine Klassezeit vor, die deutlich schneller war als die Zeit der Schwedter vom letzten Jahr. Was war diese Zeit wert, wie haben sich die Bedingungen zum letzten Jahr verändert?

Die Frankfurter Junioren starteten genau eine Minute vor den Schwedtern und konnten dadurch gut beobachtet werden. Nach dem Start vor vielen Zuschauern an der Frankfurter Stadtbrücke wurde zunächst 0,8 km mit der Strömung gerudert. Nach der ersten Wende ging es die harten 7,35 km stromaufwärts zur zweiten Wende. Alle Boote wurden im Bereich der Stadt von den Zuschauern angefeuert. Schon nach ca. 3 km wurde klar, dass die Frankfurter Junioren in diesem Jahr noch keine ernsthafte Konkurrenz für das Schwedter Boot waren. Die Schwedter waren herangerudert und setzten zum Überholen an. Kurz vor der zweiten Wende kam es zu einer kritischen Situation. Wieder wurde ein voraus gestartetes Boot an einer Stelle des Flusses mit vielen Buhnen, kleine Dämme im Fluss zum Schutz des Ufers vor der Strömung, eingeholt. Die Ruderer nutzen die Buhnen, um der starken Strömung ein klein wenig zu entkommen. Hier waren die Künste der Steuerleute gefragt. Das Boot in der Buhne ist deutlich schneller, als das Boot daneben in der Strömung. Ein Überholvorgang gestaltete sich dadurch sehr schwierig. Das überholende Boot kann nicht zum Kräfte schonen in die Buhne fahren, wenn der eigentlich langsamere Gegner nicht mitspielt. Bis zur Wende ist es den Schwedter nicht gelungen, dieses Boot zu überholen und es wurde dabei einige Zeit verloren. Mit der Strömung wurde das gegnerische Boot schnell passiert und das Rennen konnte reibungslos fortgesetzt werden. Auf den letzten Kilometern gaben die Vier noch einmal alles, um die verlorene Zeit aufzuholen. Unter großem Jubel der Zuschauer ruderten die Schwedter nach 1:02,12 h durchs Ziel. Geschafft, die Rüdersdorfer waren bezwungen.

Wird noch eine andere Mannschaft schneller sein? Schon nach wenigen Minuten wurde vom Ziel signalisiert, dass keine der noch im Rennen befindlichen Mannschaften eine Chance hat, diese Zeit zu erreichen. Der Sieg in der Wertung der schnellsten Zeit war also wieder gelungen. Nun ging es noch darum, auch in der Pokalwertung die Nase vorn zu haben. Auf Grund des etwas höheren Durchschnittsalters der Mannschaft bekamen die Rüdersdorfer einige Sekunden Zeitgutschrift, die aber nicht reichten, um am Schwedter Boot vorbei zu ziehen. Auch einer deutlich älteren Mannschaft ist es nicht gelungen, mit dem Altersbonus den Schwedtern den Sieg in der Pokalwertung streitig zu machen.

So konnte der Männerpokal des Frankfurter Ruder-Marathons auch 2007 von einer Mannschaft in der Frank Klawonn und Hagen Schulze mitruderten am Abend bei der gemütlichen Feier in Empfang genommen werden. Auch in diesem Jahr haben die Fünf den Pokal, dem seit einem Jahr an einem Schlaganfall schwer erkrankten ehemaligen Vorsitzenden Rainer Krabbe des veranstaltenden Frankfurter Ruder-Club von 1882 e. V. mit besten Genesungswünschen gewidmet.

Hagen Schulze