World Master Rowing Regatta 2007 in Zagreb vom 6. bis 9. September 2007

Vom 6. bis 9. September 2007 fand auf der internationalen Regattastrecke der kroatischen Hauptstadt die FISA World Master Rowing Regatta der Altersklassenruderer statt. Ab einem Alter von 27 Jahren können sich Rudersportler in verschiedenen Altersklassen international im Wettkampf miteinander messen. Die Renndistanz beträgt 1000 m. Besonders interessant ist es, auch einmal gegen Ruderer aus Übersee anzutreten.

Mit sieben Aktiven und Trainerlegende Klaus Schwerdtfeger sind die Schwedter am Montag voller Erwartungen nach Zagreb aufgebrochen. Galt es doch die drei Siege der World Master Rowing Regatta 2005 zu verteidigen. Neben den alten Hasen Frank Klawonn, Rainer Göllnitz, Hagen Schulze und Susanne Mey traten Alexander Reiche und Jörg Bosse zum erstenmal bei dieser großen internationalen Regatta an.

Statt der erwarteten hohen Temperaturen empfing die Oderstädter mit Dauerregen und niedrigen Temperaturen typisch schottisches Wetter. Diese widrigen Bedingungen zogen sich über die ersten Wettkampftage bis zum Sonntag hin und trübte doch etwas die Stimmung auf den Campingplatz an der Regattastrecke. Die Tage bis zum ersten Rennen am Freitag verbrachten die Schwedter beim Training mit ihren Mannschaftskameraden und Warten auf besseres Wetter. Die Wettkampfstrecke selbst ist eine der schönsten, auf der die Schwedter bisher gerudert sind.

Das erste Rennen bestritten Frank, Rainer und Hagen mit ihrem langjährigen Bernburger Mitstreiter Günter Rudolf, der am Donnerstag sein Einerrennen im Doppelvierer in der Altersklasse B (36-42 Jahre) gewinnen konnte. Gegen die Mannschaften aus Estland, Italien, Kroatien und Berlin konnten sich die Vier klar durchsetzen und das Rennen mit einem sicheren Vorsprung gewinnen.
Schon im nächsten Rennen für die Oderstädter, ca. 3 h später, dem fast schon legendären Vierer mit Steuermann in der AK B, waren die Vier mit Susanne als Steuerfrau am Start. Bei schwierigen Windbedingungen mussten sich diesmal die Fünf gegen Mannschaften aus Großbritannien, Irland, Estland und Dresden behaupten. Nur das Dresdner Boot konnte in den Kampf um die Goldmedaille eingreifen. Mit der ganzen Erfahrung von Frank Klawonn in dieser Bootsklasse und einen beherzten Endspurt konnte der Sieg eingefahren werden. Der Start in die Regatta war also geglückt.
Im zweiten Rennen dieser Altersklasse, ebenfalls im Vierer mit, war Frank Wustmann mit seinen Mannschaftskameraden Volker Schmidt aus Frankfurt, Burghard Kawalle, Steuerfrau Andrea Albrecht aus Rüdersdorf und Matthias Sagasser aus Stralsund gegen Boote aus Großbritannien, Irland und Kroatien am Start. In diesen Rennen kam es zu einem harten Kampf zwischen den Kroaten und Franks Mannschaft, der erst auf der Ziellinie für das Boot des Schwedter entschieden wurde.
Der dritte Sieg, im dritten Rennen! So konnte es weiter gehen.

Als Nächster war Alexander Reiche im Doppelzweier der AK A (27- 35 Jahre) mit seinem Berliner Partner Stefan Döring gegen Boote aus Italien, Slowenien, Tschechien, Großbritannien und Hennigsdorf an der Reihe. Nach dem Start konnten sich die Hennigsdorfer schnell vom Feld absetzen und sich einen sicheren Vorsprung erarbeiten. Zwei Boote ruderten sich zum Ende des Rennens wieder etwas heran. In einem beeindruckendem Endspurt kamen Alexander und Stefan den beiden Hennigsdorfern immer näher. Nur mit viel Mühe konnten diese den Endspurt abwehren und ihren Vorsprung ins Ziel retten. Ein guter zweiter Platz für Alex in seinem ersten Rennen.

Am Nachmittag war Frank Wustmann mit seiner Mannschaft in gleicher Besetzung wie morgens im Vierer mit der AK A nur mit Susanne Mey als Steuerfrau am Start. Gegen Mannschaften aus Großbritannien und Italien setzten sich die Fünf schnell durch und entschieden das Rennen klar für sich.

Das letzte Rennen des Tages bestritten die Schwedter mit Frank Klawonn, Jörg Bosse, Hagen, Rainer und ihren Mannschaftskameraden aus den Vierern im Achter der AK B. Ob der erste Wettkampftag durch einen Sieg im Achter gekrönt werden konnte? Gegen Mannschaften aus Ungarn, Kroatien, Italien und Großbritannien mussten sich die Acht durchsetzen. Den besten Start erwischten die Ungarn und setzten sich schnell vom Feld ab. Im Laufe des Rennens setzte sich das Schwedter Boot ebenfalls vom Feld ab, konnte sich den Ungarn aber nicht mehr entscheidend nähern. Am Ende wurde es ein sicher zweiter Platz.
4 Siege und 2 zweite Plätze waren die Schwedter Bilanz des ersten Wettkampftages! So konnte es ruhig weitergehen.

Das Wetter wurde am Samstag etwas besser: Es hörte auf zu regnen und es zeigten sich sogar einige Sonnenstrahlen. Das erste Rennen bestritt Frank Klawonn im Achter der Altersklasse C (43-50 Jahre) mit Nationalmannschaftruderern der ehemaligen DDR, mit denen er früher so manches internationale Rennen bestritten hat. Es war der Achter der ehemaligen Olympiasieger und Weltmeister. Auch wenn sie den Achter heute nicht mehr ganz so schnell wie früher über die Regattastrecke trieben, hatten die anderen Boote aus Kroatien, Großbritannien, Italien, Estland und Dresden keine Chance auf den Sieg.

Einen vierten Platz erruderten Rainer, Hagen, Frank Wustmann und Jörg Bosse im Doppelvierer der Altersklasse A gegen Boote aus Norwegen, Italien, Großbritannien, Brandenburg und Magdeburg.
In der gleichen Bootsklasse erkämpfte sich Alexander Reiche mit seinen Mitstreitern aus Berlin Fabian Beich, Matthias Huening und dem Hallenser Matthias Linnert in einem schnellen Rennen einen guten zweiten Platz gegen Slowenen, Franzosen, Italiener und Briten.
Den nächsten Sieg für unsere Heimatstadt erruderte wieder Frank Klawonn im Zweier ohne der AK B mit seinem ehemaligen Training-Partner aus Potsdam Toralf Peters. Ab der 500-m–Marke setzten sich die beiden vom Feld ab und gewannen das Rennen sicher.
Seinen nächsten Start hatte Frank mit Günter Rudolf im Doppelzweier der AK B. Lange mussten sich die beiden mit einem Boot aus Brandenburg auseinandersetzen, konnten im Endspurt ihre physische Stärke ausspielen und wie schon 2005 in Schottland diese Bootsklasse für sich entscheiden.
Ebenfalls im Doppelzweier B erruderte sich Jörg Bosse in seinem dritten internationalen Rennen mit dem Frankfurter Volker Schmidt den sechsten Platz.
In seinem Einerrennen der AK A setzte sich Alexander Reiche gleich nach dem Start an die Spitze und versuchte das Feld zu kontrollieren. Nur ein Italiener konnte Anschluss halten und den Abstand zum Ende immer weiter verkürzen. Vor der Zieltribüne lieferten die Beiden den Zuschauern einen packenden Kampf Boot an Boot. Beide wurden von den Zuschauern nach vorn geschrien. Immer der, der gerade mit seinen Rudern an Zug war, hatte die Bootsspitze leicht vor. Auf der Ziellinie hatte leider der Italiener die Bootspitze wenige Zentimeter vor und gewann das Rennen denkbar knapp. Auch wenn Alexander wieder nur den zweiten Platz erruderte, so hatte er für eines der spannendsten Rennen der Regatta gesorgt.
Wieder einen sicheren Sieg erruderte Frank Wustmann im Vierer ohne Steuermann der AK B mit Mattias Sagasser, Volker Schmidt und Burghard Kawalle gegen Boote aus Finnland, Berlin, Großbritannien, Kroatien und Tschechien. Der Achter der AK A war das letzte Rennen des Tages. Gegen Mannschaften aus Dresden, der Schweiz, Großbritannien und Italien mussten sich Steuerfrau Susanne Mey, mit Frank Klawonn, Günter Rudolf, Hagen Schulze, Rainer Göllnitz, Matthias Sagasser, Burghard Kawalle, Volker Schmidt und Frank Wustmann behaupten. Mit einem schnellen Start setzen sich die Schweizer und die Dresdner etwas vom Feld ab und erruderten sich dann auf der Strecke eine ¾ Bootslänge Vorsprung. Mit einem Zwischenspurt schob sich der Schwedter Achter auf der zweiten Rennhälfte heran, passierte das Schweizer Boot und kam den Dresdner im Endspurt immer näher. Leider wurde der beherzte Endspurt etwas zu spät angezogen, so das sich die Dresdner mit hauchdünnem Vorsprung ins Ziel retten konnten.
Auch am zweiten Wettkampftag gab es für die Schwedter 4 Siege und zwei starke zweite Plätze.

Bei strahlendem Sonnenschein wurden am Sonntag die Mix-Rennen bestritten. Im Doppelzweier der AK A war Alexander Reiche mit der Brandenburgerin Beate Sonntag am Start. Beider erruderten sich den vierten Platz. Noch einmal einen tollen zweiten Platz erkämpfte sich Alexander im Doppelvierer der AK B mit den Brandenburgern Lissy Leue, Beate Sonntag und Andreas Herdlitschke.

Mit der tollen Bilanz von acht Siegen und 3 zweiten Plätzen konnten die Schwedter Mastersruderer stolz auf die drei vergangenen Wettkampftage zurückblicken und zufrieden die Heimreise antreten. Die tollen Wettkämpfe und der Sonnenschein des Sonntages ließen die Mannschaft den Dauerregen der letzten Tage vergessen. So wird die World Master Rowing Regatta 2007 in Zagreb in guter Erinnerung bleiben und Klaus Schwerdtfeger dazu verpflichtet, die Schwedter Mannschaft auch im nächsten Jahr nach Litauen als Glücksbringer zu begleiten.

Hagen Schulze