Aus der Geschichte des Schwedter Rudersports

Abrudern 1913Der Rudersport hat eine lange Tradition in Schwedt. Bereits 1895 wurde durch Gymnasiasten der erste Schwedter Ruderverein gegründet, der nach vier Jahren aus Mangel an Interesse aufgelöst und erst nach Jahren wieder ins Leben gerufen wurde.

1912 wurde der Ruder-Club Schwedt 1912 e.V. gegründet. Im Jahre 1926 hatte dieser Verein 43 aktive, 102 fördernde und 35 auswärtige Mitglieder.

Das Ende des 2. Weltkrieges 1945 bedeutete zunächst auch ein Ende des Wassersports in Schwedt. In der zu 85 % zerstörten Stadt waren die vormals bestehenden drei Bootshäuser der Schwedter Wassersportvereine als trauriges Erbe des Krieges teilweise zerstört und teilweise stark beschädigt. Das ehemalige Bootshaus der Schwedter Gymnasial-Ruderriege wurde bald als Tischlerwerkstatt ausgebaut, das verbliebene Material der beiden anderen Bootshäuser musste für den dringenden Bedarf des Wiederaufbaues der Stadt eingesetzt werden.

Anfang Mai 1949 warben ein Segelschiffsmodell und ein entsprechendes Plakat im Schaufenster des Spielwarengeschäftes Jähnke für die Gründung einer Wassersportsektion in Schwedt.

Am 17.5.1949 erfolgte dann in der Gaststätte "Zur Quelle" die Gründung einer Sektion Wassersport innerhalb der BSG KWU durch die Initiatoren Günter Jähnke, Hermann Belling, Gustav Kaufmann und Hans Lausch. Sektionsleiter wurde der Sportfreund Günter Jähnke. Ein Kinder-Doppelzweier war zu dieser Zeit der gesamte Bestand für die Ausübung des Rudersports in Schwedt.

1951 wurde die Sektion mit 15 Wassersportlern in die BSG Traktor Schwedt übernommen. Die erste Ruder-Regatta wurde in Schwedt am 5.8.1962 ausgetragen. Am 2.4.1964 erfolgte die Bildung der BSG Erdöl Schwedt (ab 1977 BSG Chemie PCK Schwedt).

1969 begann mit der Besetzung der hauptamtlichen Trainerstelle durch Juri Seiffert eine kontinuierliche Leistungsentwicklung, die dazu führte, dass in einigen Alters- und Bootsklassen DDR-Niveau erreicht wurde. 1970 wurde im Doppelzweier bei den Schülern A erstmalig ein DDR-Meistertitel errungen.

1976 wurde nach dem Kinderbuch "Doppelzweier" von Hans-Ulrich Lüdemann der Film "Dann steig ich eben aus" durch das Fernsehen der DDR gedreht. An diesem Film waren auch Sportler aus unserem Verein als Darsteller beteiligt.

Die weitere Entwicklung wurde durch die hauptamtlichen Trainer Jürgen Jentz, Harald Müller, Kathrin Sammler und Jens Richter geprägt. Zum Zeitpunkt der Wende 1990 waren in unserem Verein drei hauptamtliche Rudertrainer angestellt.

1990 ging aus der BSG Chemie PCK Schwedt die Spiel- und Sportvereinigung PCK 90 e.V. hervor. Erst über ABM und später über eine Mischfinanzierung zwischen Verein, Stadt und Landesruderverband Brandenburg konnte bis zum Juni 2005 eine hauptamtliche Trainerstelle mit Jens Richter besetzt werden. Die größten Erfolge in dieser Zeit waren die zwei Juniorenweltmeistertitel durch Mandy Karohl 1996 in Poznan (Polen) im Achter und 1997 in Strathclyde (Schottland) im Vierer ohne. In Schottland ging übrigens das Boot "Teamwork", das zwei Jahre zuvor durch ein Sponsorenteam an unseren Verein übergeben wurde, mit an den Start. Weitere hervorragende Plazierungen bei Juniorenweltmeisterschaften konnten Sylvia Wustmann mit einem vierten Platz im Vierer ohne 1998 und Philip Hentsch mit einem achten Platz im Doppelzweier 2000 erreichen.

Seit Juli 2005 wird das Training durch ehrenamtliche Trainer und Übungsleiter fortgesetzt. Als sportliche Höhepunkte werden von uns die Schwedter Herbstregatta und die Schwedter "Indoor Challenge" im Ergometerrudern ausgerichtet. Wir verfügen heute über ein Ruderbecken, mehrere Ruderergometer und einen Kraftraum. Bei den Booten sind wir für das Wanderrudern gut gerüstet. Für den Wettkampfsport könnte jedoch das eine oder andere Boot neu angeschafft werden.

Quellen: Wilke, H. J.: Schwedt an der Oder. Sutton Verlag GmbH, Erfurt, 2003, S. 82; Festschrift „40 Jahre Wassersport“