28. September 2026
Die World Rowing Masters Regatta 2026 fand vom 9. bis 13. September 2026 auf dem malerischen Bleder See (Lake Bled) in Slowenien statt. Es handelte sich um die 52. Auflage dieser prestigeträchtigen Breitensport-Regatta, die als die größte Ruderregatta der Geschichte verzeichnet wurde. Über 4.700 Athletinnen und Athleten aus 51 Ländern traten in insgesamt 981 Rennen über die 1.000-Meter-Distanz an. Die Rennen fanden vor der weltberühmten Kulisse der Bleder Insel und der Burg statt. Das Wetter zeigte sich über die fünf Tage hinweg sehr wechselhaft, von schweren Gewittern und Regenverzögerungen zu Beginn bis hin zu strahlendem Sonnenschein an den Finaltagen. Unter den vielen Ruderern aus aller Welt stellte sich mit Hagen Schulze auch ein Sportler aus unserem Verein diesem Wettkampf, 50 Jahre nach dem Start seiner Ruderkarriere als Kind und 14 Jahre nach seiner letzten World Master Rowing Regatta 2012 in Duisburg. In einer Renngemeinschaft mit Sportlern aus Bernburg, Berlin und Weißenfels startete er im Vierer mit und ohne Steuermann, im Zweier, jeweils in der Altersklasse E (55–59 Jahre) und im Einer der Altersklasse F (60–64 Jahre). Die Souveränität der weit zurückliegenden Zeit für solche Wettkämpfe hatte Hagen schon lange verloren und so war er unter dem Eindruck der vielen Sportler und Boote in Bled sehr aufgeregt. Das erste Rennen fand Mittwoch Mittag im Vierer ohne unter leichtem Nieselregen gegen Mannschaften aus Großbritannien, Estland, Lettland, Norwegen und Australien statt. Im Boot saßen Thomas Graap aus Berlin, Günter Rudolf aus Bernburg, Jens Luster aus Weißenfels und Hagen. Am Start konnte das Boot gut mit dem Feld mitgehen und sich ab Mitte des Rennens leicht an die Spitze setzen und diese bis zum Ende des Rennens mit einem beherzten Endspurt bis zur Ziellinie verteidigen. Und so ging der Traum von Hagen, einmal wieder bei einer World Master Regatta am Siegersteg anzulegen, schon beim ersten Rennen in Erfüllung. Überglücklich und voller Euphorie schaute er auf die kommenden Rennen. Das nächste Rennen startete dann am Freitag mit Jens Luster im Zweier. Dies ist eine sehr anspruchsvolle Bootsklasse, die er mit seinem Vereinskameraden Eric Sieger im heimischen Revier in Schwedt sehr viele Kilometer trainiert hatte. Mit einem anderen Partner und nur wenigen Trainings mit diesem war der Ausgang völlig offen. Auch dieses Rennen war mit Gegnern aus Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Estland und Neuseeland sehr international besetzt. Nach einem guten Start konnten sich die beiden relativ schnell an die Spitze des Feldes setzen und mit einem großen Vorsprung als Erste die Ziellinie überqueren. So konnte Hagen auch nach dem zweiten Rennen am Siegersteg anlegen. Das war schon fast zu viel für seine Emotionen. So konnte es dann doch nicht weiter gehen. Am Samstag fanden die beiden letzten Rennen im Vierer und Einer statt. Im Vierer mit Steuermann lieferte die Mannschaft mit Steuermann Uwe Liedtke aus Berlin ein gutes Rennen und kämpfte im Endspurt um den zweiten Platz, musste sich dabei aber ganz knapp einer Mannschaft aus Großbritannien geschlagen geben. Im Einer-Rennen war die Aufregung für Hagen noch einmal ein ganzes Stück größer. So lief dann auch der Anfang des Rennens. Nach einem guten Start bekam er Probleme mit dem Steuern und verhedderte sich in den Bojen-Ketten seiner Bahn, zuerst links und dann auch noch rechts. Das warf ihn weit hinter die Spitze des Feldes zurück. Erst nach der 500-m-Marke konnte er sich fangen und seinen Stand im Rennen realisieren. Drei Ruderer waren vor ihm. Mit einem beherzten Endspurt schob er sich an den direkt vor ihm liegenden Ruderer heran und schnappte sich auf der Ziellinie noch den dritten Platz in diesem Rennen. So ging am Samstag diese große Regatta mit einer sehr erfolgreichen Bilanz zu Ende. Im Regattageschehen hat Hagen viele prominente aktive und ehemalige Ruderer getroffen und mit ihnen ein paar Worte wechseln können. So zum Beispiel Jean Christophe Rolland aus Frankreich, Olympiasieger 2000 im Zweier und aktuell Präsident des Weltruderverbandes oder den zweifachen Olympiasieger von London und Rio de Janeiro im Doppelvierer Karl Schulze aus Deutschland und als besonderer Höhepunkt den immer noch in der Elite aktiver Kroaten Martin Sinkovic, der mit seinem Bruder drei Olympische Gold- und eine Silbermedaille errungen hat. Hagen Schulze